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Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit), Übergewicht

Adipositas (Fettsucht), Übergewicht: Verlauf

Stand: 28. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht lassen sich in ihrem Verlauf stark beeinflussen: Ein deutlich zu hohes Gewicht erhöht zwar das Risiko dafür, dass sich verschiedenste Erkrankungen ausbilden und sich dadurch die Lebenserwartung deutlich verkürzt, eine Senkung des Körpergewichts bei Adipositas und auch bei Übergewicht bringt jedoch erhebliche Vorteile. Neben Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum ist Adipositas der häufigste Auslöser für Erkrankungen und Todesfälle, die durch konsequentes Ausschalten des Risikofaktors vermeidbar wären. So lässt sich zum Beispiel bei starkem Übergewicht durch Abnehmen das Risiko für die Ausbildung von Diabetes mellitus Typ II um mehr als 30 Prozent und für die Entwicklung bösartiger Tumoren um mehr als 40 Prozent senken. Auch das Risiko für die Entstehung chronischen Bluthochdrucks im Verlauf von Adipositas oder starkem Übergewicht lässt sich durch Gewichtsabnahme verringern. Wenn Menschen mit Übergewicht und schon bestehendem chronischem Bluthochdruck ihr Körpergewicht um zehn Kilogramm verringern, sinkt ihr Blutdruck bei um 7 mm Hg systolisch und 3 mm Hg diastolisch. Bei einer Abnahme von zehn Kilogramm sinkt der Spiegel an Gesamtcholesterin um durchschnittlich zehn Prozent, an LDL-Lipoprotein (sog. schlechtes Cholesterin) um 15 Prozent und an Triglyceriden um 30 Prozent. Die Konzentration an HDL-Lipoprotein (sog. gutes Cholesterin) steigt dagegen um acht Prozent. Insgesamt ist bei Bekämpfung der Fettleibigkeit eine um bis zu 20 Prozent verminderte Sterblichkeitsrate zu beobachten.

Die Senkung des Körpergewichts bei Adipositas und Übergewicht birgt jedoch auch einige Nachteile. So steigt im Verlauf der Gewichtsabnahme das Risiko für die Bildung von Gallensteinen – und zwar umso stärker, je schneller und ausgeprägter der Gewichtsverlust ist. Bei drastischen Gewichtssenkungen kann die Knochendichte abnehmen. Vor allem Frauen über 50 haben daher ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, besonders für Hüftfrakturen. Für die häufige Annahme, dass Diäten beziehungsweise Programme zur Senkung des Körpergewichts die Entwicklung von Essstörungen fördern sollen, gibt es allerdings bisher keinen eindeutigen Beweis.

Weiterlesen: Adipositas (Fettsucht), Übergewicht: Verlauf – Komplikationen

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