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Ernährung in der Schwangerschaft

Mineralstoffe

(Stand: 17. Mai 2010)

Kalzium

Kalzium nimmt man hauptsächlich über Milch und Milchprodukte zu sich. Außerdem sind Hülsenfrüchte, Gemüse wie Brokkoli, Fenchel, Mangold oder Grünkohl und Samen wie Sesam kalziumreich. Zum größten Teil wird Kalzium für den Knochenbau benötigt. Darüber hinaus dient es als Cofaktor bei der Blutgerinnung und als Signalstoff. Für Schwangere wird ein Gramm Kalzium pro Tag empfohlen, was etwa einem Liter Milch oder Milchprodukten entspricht. Wird in der Schwangerschaft nicht ausreichend Kalzium aufgenommen, greift der Körper auf seine Vorräte zurück, was negative Auswirkungen auf Zähne und Knochen haben kann.

Eine Schwangere gießt sich ein Glas Milch ein

Schwangere, die keine Milch mögen, sollten andere Milchprodukte oder mit Kalzium angereicherte Fruchtsäfte zu sich nehmen. Wer keine tierischen Milchprodukte verträgt (etwa bei Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie), kann auf pflanzliche Milch wie Sojamilch und Sojamilchprodukte zurückgreifen. Bei Mineralwasser empfiehlt es sich, auf den Kalziumgehalt zu achten. Für die Schwangerschaft gute Mineralwässer enthalten mindestens 200 Milligramm Kalzium pro Liter.

Magnesium

Magnesium wird im Körper zum Knochenbau und als Cofaktor bei vielen Enzymen des Stoffwechsels benötigt. Besonders viel Magnesium ist in grünem Gemüse vorhanden, aber auch in Nüssen, Mandeln und Samen. Ein Magnesiummangel kann neben Waden- und Bauchkrämpfen zu Fehlgeburten und frühzeitigen Wehen führen. Viele Frauenärzte (Gynäkologen) verschreiben daher vorbeugend Magnesiumpräparate. Empfohlen werden für Schwangere 310 Milligramm Magnesium pro Tag. Da sich die Aufnahme von Magnesium und Eisen gegenseitig behindert, sollten Eisen- und Magnesiumpräparate mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden.

Eisen

Eisen ist besonders wichtig für alle Sauerstoff transportierenden und umwandelnden Strukturen in den Körperzellen, so auch für das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Eisenmangel führt deshalb zu einer Blutarmut (Eisenmangelanämie). Der tägliche Bedarf an Eisen bei schwangeren Frauen liegt bei 30 Milligramm pro Tag.

Das ungeborene Kind benötigt Eisen für die Blutversorgung und den Aufbau der inneren Organe. Da während einer Schwangerschaft das Blutvolumen der Schwangeren um etwa einen Liter ansteigt, beobachtet der Arzt in den Blutuntersuchungen während der Schwangerschaft die Eisenwerte und verschreibt bei nicht ausreichender Versorgung ein Eisenpräparat. Besonders in der Spätschwangerschaft kommt es häufig zu Eisenmangel.

Zitronenscheibe

Eisen kann in Kombination mit Vitamin C leichter vom Körper aufgenommen werden. Schwangere sollten deshalb viel mit Zitrone würzen. Da sich die Aufnahme von Magnesium und Eisen gegenseitig behindert, sollten Eisen- und Magnesiumpräparate mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden.

Jod

Jodid ist in Salzwasserfischen, jodiertem Speisesalz und zum Teil auch im Trinkwasser enthalten. Es wird benötigt, um Schilddrüsenhormone aufzubauen. Bei Menschen, die eine genetische Veranlagung dazu besitzen, kann sich durch die geringe Konzentration von Jodid in der Nahrung in vielen Gegenden Europas die Schilddrüse vergrößern (Kropf).

Schwangere brauchen größere Mengen an Jod. Ab der zwölften Schwangerschaftswoche benötigt das ungeborene Kind Jod für die eigene Schilddrüse und für die Entwicklung des Gehirns. Verwenden Sie daher beim Kochen jodiertes Speisesalz. Für Schwangere werden 230 Mikrogramm Jod pro Tag empfohlen, die in Form von Tabletten eingenommen werden können.

Zink

Zink ist vor allem als Cofaktor für viele Enzyme wichtig und hilft unter anderem dabei, den Körper zu entgiften. Zink ist reichlich in Fleisch, Fisch, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sowie in Eiern und Käse enthalten. In der Spätschwangerschaft kommt es relativ häufig zu einem Zinkmangel (vor allem bei Mehrlingsschwangerschaften, Raucherinnen und Vegetarierinnen), den man mit entsprechenden Präparaten ausgleichen sollte, weil er zu einem erhöhten Risiko für Fehlbildungen führen kann. Der tägliche Bedarf an Zink liegt bei Schwangeren bei zehn Milligramm. Da Zink überdosiert werden kann, sollten Sie vor der Einnahme mit einem Arzt sprechen.

Selen

Selen ist wichtig, um den Körper vor einer Vergiftung durch Schwermetalle zu schützen. Es ist in Fleisch, Fisch und Eiern enthalten. Bei einer ausgewogenen Ernährung wird ausreichend Selen aufgenommen. In der Schwangerschaft liegt der tägliche Bedarf bei 0,1 bis 0,2 Milligramm Selen.

Weiterlesen: Ernährung in der Schwangerschaft: Ernährung bei Morgenübelkeit

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