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Kokain

Historisches

Stand: 25. Januar 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Die Heimat des Kokastrauches (Erythoxylum coca) ist Südamerika. Bereits vor vielen Jahrhunderten baute man die immergrüne Pflanze in Peru und Bolivien gezielt an. Entsprechende archäologische Funde belegen einen Anbau bereits um 2.500 vor Christus. Durch Kauen der Kokablätter wurde und wird auch heute noch von vielen Einheimischen das Hungergefühl unterdrückt sowie eine vorübergehende Leistungssteigerung bei der Arbeit erreicht. Allerdings werden beim Kauen der Blätter offenbar keine psychoaktiven Substanzen frei. Mit der Eroberung Südamerikas durch die Spanier erlangte der Genuss von Kokablättern auch außerhalb Südamerikas Beliebtheit und mündete in einen organisierten Kokahandel.

1859 gelang es schließlich erstmals, den in der Kokapflanze enthaltenen Wirkstoff zu isolieren: das Kokain. Man begann, die Substanz für medizinische Zwecke zu nutzen. So verwendete man es unter anderem als Mittel zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) bei Augenoperationen, aber auch zur Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen.

Lange Zeit unterschätzt man die schädliche Wirkung von Kokain. Der amerikanische Apotheker John S. Pemberton erfand ein Getränk, das noch heute in aller Munde ist: Coca-Cola. Bis zum Jahre 1903 beinhaltete dieses Getränk noch Extrakte aus den Blättern des Kokastrauchs (250 Milligramm Kokain pro Liter). So verschwand das Kokain zwar aus dem Getränk, der Name erinnert jedoch noch heute daran. 1914 erließ man in den USA schließlich ein Gesetz, das Kokain generell als Getränkezusatz untersagte – denn durch kokainhaltige Getränke kam es immer wieder zu Todesfällen. Coca-Cola enthält auch heute noch Extrakte der Kokapflanze – jedoch sind diese nicht psychoaktiv.

Der Siegeszug des Kokains als damals noch legale Droge begann in Europa nach dem Ersten Weltkrieg und hatte seinen Höhepunkt sowohl in den USA als auch in Deutschland in den sogenannten Goldenen Zwanzigerjahren. Damals begannen auch weite Kreise des gehobenen Bürgertums die Droge zu konsumieren. Zunächst wurde die starke suchterzeugende Gefahr dieser Droge verkannt, da man das Abgleiten in eine Sucht mehr der Charakterschwäche des Einzelnen zuschrieb als dem Kokain selbst.

In den 1930er Jahren sank der Kokainkonsum, da andere Substanzen in Mode kamen: die Amphetamine. Erst in den 1970er Jahren wurde die Droge wieder verbreiteter konsumiert. Der Trend verstärkte sich in den USA noch in den 1980er Jahren, als Crack in Mode kam. Diese neue Form des Kokains wurde nicht geschnupft oder gespritzt, sondern geraucht.

Seit den 1990er Jahren nimmt der Konsum von Kokain in Deutschland vor allem bei jungen Erwachsenen immer mehr zu, während die Beliebtheit in den USA eher nachlässt.

Zahlen und Fakten

Kokain spielt auf dem illegalen Drogenmarkt eine in wirtschaftlicher Hinsicht bedeutende Rolle. In den Hauptherstellerländern Kolumbien, Peru und Bolivien wurden 2009 schätzungsweise 842 bis 1.111 Tonnen Kokain hergestellt werden. Weltweit beschlagnahmte man im Jahr 2008 rund 711 Tonnen Kokain, davon etwa 67 Tonnen innerhalb der EU und etwas mehr als 1 Tonne (1.069 kg) in Deutschland.

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