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Stand: 17. November 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Durch die starke Wirkung von Heroin (Diacetylmorphin, Diamorphin) kommt es schnell zur Heroinabhängigkeit (Heroinsucht) und zur Toleranzentwicklung, das heißt, die Konsumenten müssen die Dosierung ständig steigern, um einen gleichbleibenden Effekt zu erzielen.
Bei einer Heroinsucht entsteht einerseits eine psychische Abhängigkeit. Darunter fällt das anfangs noch beherrschbare Verlangen nach der Droge – das sogenannte Craving (engl. für Begierde, Verlangen), welches später nicht mehr zu kontrollieren ist. Zum anderen entsteht vor allem durch die intensive euphorische Wirkung des Heroins eine körperliche Abhängigkeit, das heißt, die Droge ist für das normale Funktionieren des Körpers notwendig. Wird die Substanz nicht mehr konsumiert, treten typische Entzugssymptome auf.
Bei einem Heroinentzug kommt es zu Entzugssymptomen wie:
Bei einer Heroinabhängigkeit erreichen die Entzugssymptome ungefähr 36 bis 72 Stunden nach der letzten Heroin-Injektion ihren Höhepunkt und können fünf bis acht Tage anhalten. Bei organisch gesunden Personen stellen die Entzugssymptome keine ernsthafte Gefahr dar.
Um bei einer Heroinabhängigkeit vom Heroin loszukommen, besteht die Möglichkeit einer sogenannten Substitutionstherapie (Therapie mit Ersatzstoffen) mit dem Wirkstoff Methadon. Methadon bindet wie Heroin an Opioidrezeptoren und hat entsprechend ähnliche Wirkungen wie Heroin. Im Unterschied zu Heroin sind jedoch die Nebenwirkungen geringer. Zudem bleibt die rasche Wirkung des Heroins aus, der typische "Heroinkick" fällt deshalb weg. Im Rahmen einer Substitutionstherapie erhält der Konsument auf Rezept bestimmte Mengen an Methadon, die ihm einen normalen Tagesablauf ermöglichen. Da der Wirkstoff in Tablettenform oder flüssig eingenommen werden kann, fallen mögliche andere Risiken, die bei einem Injizieren gegeben wären, weg (z.B. HIV- oder Hepatitis-Infektion durch sog. Needle sharing). Eine Substitutionstherapie ist auch über mehrere Jahre möglich. Nicht allen Patienten gelingt es, vollständig ohne Methadon auszukommen.
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