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Hanf, Cannabis, Haschisch & Marihuana

Überdosierung

Stand: 14. Dezember 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Zu einer Überdosierung von Cannabis kann es bei empfindlichen Personen oder bei unbeabsichtigter Einnahme, beispielsweise durch haschischhaltige Kekse, kommen.

Eine direkte Vergiftung durch den Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) ist nicht zu erwarten. Jedoch können psychische Erscheinungen wie starke Erregungszustände den gesundheitlichen Zustand erheblich beeinträchtigen.

Zudem ist die Gefahr eines Unfalls hoch, da Cannabis das Reaktionsvermögen stark einschränkt. Der Konsument fällt durch gerötete Augenbindehäute, starkes Durstgefühl sowie erhöhten Puls und Blutdruck auf. In Einzelfällen kann sich eine Psychose mit Verfolgungsideen und Sinnestäuschungen entwickeln.

Komplikationen und Folgeschäden

Der längere Konsum von Cannabis-Produkten kann mit diversen Folgen verbunden sein wie zum Beispiel:

  • Leistungsverlust: Die Leistungen in Schule oder Beruf lassen nach.
  • sozialer Rückzug: Der Betroffene isoliert sich zunehmend von der Außenwelt.
  • Einschränkung der männlichen Fruchtbarkeit: Ein chronischer Konsum von hohen Cannabis-Mengen kann bei Männern das Risiko erhöhen, dass Hanf negativen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit nimmt.
  • Lungenkrebs: Wer Cannabis raucht, erhöht sein Risiko für Lungenkrebs. Dabei sind im Cannabis mehr krebserregende Stoffe und Teer enthalten als in Tabakrauch.
Das Bild zeigt eine Mädchen in der Pubertät.
Interessen- und Leistungsverlust können eine Folge häufigen Cannabis-Konsums sein.

Über die möglichen Langzeitfolgen von Cannabiskonsum gibt es kontroverse Diskussionen. So ist noch nicht abschließend geklärt, inwieweit Cannabis das Gehirn schädigen kann. Derzeit geht man jedoch davon aus, dass Cannabiskonsum nur geringfügig zu Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen führen kann. Zudem kann sich die Lern- und Gedächtnisleistung verschlechtern und die Reaktionsfähigkeit vermindern. Bleibende Schäden des Gehirns sind jedoch nicht zu erwarten.

Diskutiert wird ebenfalls, ob der Konsum von Cannabis eine Psychose verursachen kann – eindeutige Forschungsergebnisse liegen hierzu bisher jedoch nicht vor. Möglicherweise könnte Cannabis dazu führen, dass eine bereits vorhandene Psychose wie Schizophrenie zum Ausbruch kommt.

Ebenfalls unklar ist, inwieweit Cannabiskonsum in der Schwangerschaft bedenklich ist. Vorsichtshalber sollten werdende Mütter auf jegliche Drogen verzichten, um sich und das Kind nicht in Gefahr zu bringen.

Wird Cannabis inhaliert, kann dies die Atemwege belasten und so zum Beispiel zu Bronchitis oder Entzündungen im Nasen-Rachenraum führen.

Eine mögliche Komplikation ist der sogenannte Horrortrip, bei dem der Betroffene unter panikartigen Angstzuständen leidet, welche aufgrund der verzerrten Wahrnehmung entstehen.

In Einzelfällen – vor allem, wenn Cannabis gemeinsam mit anderen Substanzen konsumiert wurde – kann auch ein sogenannter Flashback auftreten. Bei diesem Nachhallphänomen zeigt der Konsument plötzlich nach Tagen bis Wochen wieder Symptome wie bei einem Rausch.

Möglicherweise kann langfristiger Cannabiskonsum eine verzögerte Entwicklung in der Pubertät zur Folge haben. Für diese Vermutung gibt es bislang jedoch noch keine eindeutigen Belege.

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