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Pillen und Operationen

Appetitzügler und Fettaufnahmehemmer

Stand: 5. Dezember 2007Autor: Onmeda-Redaktion

Das Abnehmen allein mithilfe von Schlankheitspillen erscheint auf den ersten Blick für viele verführerisch einfach. Die meisten vergessen jedoch, dass solche Pillen oft schwere Nebenwirkungen haben und eine dauerhafte Einnahme gesundheitsschädlich sein kann. Dazu kommt, dass man nach dem Absetzen solcher Pillen schnell wieder zunimmt, möglicherweise sogar mehr als man vorher gewogen hat. Leicht fällt man in alte und bequeme Essgewohnheiten zurück. Aber eine dauerhafte Gewichtsabnahme ist im Normalfall immer mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten verbunden. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung in Verbindung mit ausreichend Bewegung sind die besten Voraussetzungen, das persönliche Wunschgewicht zu halten.

Zum Einsatz von Appetitzüglern und Fettaufnahmehemmern bei einer Gewichtsabnahme gibt es unterschiedliche Ansichten. Einige sind der Ansicht, dass Appetitzügler durchaus unterstützend eine Zeit lang eingenommen werden können, wenn im Anschluss auch die Ernährung umgestellt wird. Andere geben die zum Teil starken Nebenwirkungen zu bedenken. Viele zugelassene, appetitzügelnde Medikamente mussten aufgrund der Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen werden.

Sibutramin

Der Wirkstoff Sibutramin wirkt direkt im Gehirn unter anderem auf die Botenstoffe (Neurotransmitter) Serotonin und Noradrenalin und kann so den Appetit zügeln. Indem Sibutramin die Wirkung dieser Botenstoffe verlängert, hat man weniger Appetit und das Sättigungsgefühl beim Essen tritt schneller ein.

Daneben führt Sibutramin dazu, dass der Köper mehr Wärme produziert, indem Stoffwechselprozesse verstärkt werden. Dadurch steigert sich der Grundumsatz und der Körper verbrennt mehr Energie beziehungsweise Kalorien.

Der Wirkstoff Sibutramin kann verschiedene Nebenwirkungen zur Folge haben; die häufigsten sind:

Sibutramin ist verschreibungspflichtig und kann bei Übergewichtigen eingesetzt werden, deren BMI über 30 liegt. Auch Übergewichtige, deren BMI größer als 27 ist, können mit Sibutramin behandelt werden, wenn durch das Übergewicht zum Beispiel bereits ein Diabetes mellitus vorliegt. Das Präparat sollte dabei nicht länger als ein Jahr eingenommen werden, da die Wirkungen bei einer längeren Behandlung bisher nicht ausreichend erforscht sind.

Wird dieser Wirkstoff verschrieben, sollte während der Behandlung zusätzlich mit einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten begonnen werden.

Rimonabant

Seit 24. Oktober 2008 sind Medikamente mit dem Wirkstoff Rimonabant in Apotheken nicht mehr erhältlich. Die Zulassung wurde wegen des erhöhten Risikos von Nebenwirkungen widerrufen. Bei der Anwendung von Rimonabant kommen schwere psychiatrische Störungen wie Depression, Angst, Schlafstörungen und Aggressivität möglicherweise häufiger vor als zum Zeitpunkt der Zulassung des Medikaments voraussehbar war. Darüber hinaus bestehen Bedenken, dass Depressionen zu Selbstmordgedanken oder zu Selbstmordversuchen führen könnten.

Rimonabant wurde begleitend bei ernährungsbedingtem Übergewicht bei einem BMI über 30 eingesetzt, wenn Ernährungsumstellung und körperliche Aktivität zu keiner Gewichtsabnahme geführt hatten. Auch Übergewichtige mit einem BMI über 27 und gleichzeitig vorliegendem Diabetes mellitus oder einer Fettstoffwechselstörung kamen für eine Behandlung mit Rimonabant infrage.

Wirkung: Rimonabant verhindert, dass sogenannte Endocannabinoide an den Cannabinoid-1-Rezeptor (CB1) im Gehirn binden können. Werden CB1-Rezeptoren angeregt, bilden sich neue Fettzellen und Fett wird gespeichert. Gleichzeitig erhöht sich der Appetit auf zuckerhaltiges und fetthaltiges Essen. Da Rimonabant diese Rezeptoren blockiert, verringert sich das Hungergefühl und die Zucker- und Fettaufnahme werden positiv beeinflusst.

Orlistat

Orlistat kann bei adipösen (BMI über 30) oder bei übergewichtigen Menschen mit einen BMI über 28 zusammen mit leicht kalorienreduzierter Nahrung zur Gewichtsverringerung eingesetzt werden, wenn eine Gewichtsabnahme durch Bewegung oder Ernährungsumstellung bisher erfolglos war. Zusätzlich müssen weitere Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck (Hypertonie) oder ein erhöhter Cholesterinspiegel nachgewiesen sein.

Der verschreibungspflichtige Wirkstoff Orlistat verringert die Aufnahme von Fett, indem es das körpereigene Enzym Lipase daran hindert, Nahrungsfette zu spalten (sog. Lipasehemmer). Diese können dadurch im Darm nicht vom Organismus aufgenommen werden und verlassen den Körper unverdaut beim nächsten Stuhlgang. Dadurch können unangenehme Nebenwirkungen entstehen, wie Fettstühle, Blähungen und Durchfall. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem:

Bei einer Behandlung mit Orlistat ist es notwendig, eine fettarme Ernährung einzuhalten, um die Nebenwirkungen zu reduzieren. Auf diese Weise lernt der Betroffene zwangsweise eine fettreduzierte Ernährung einzuhalten und verringert dadurch zusätzlich sein Gewicht.

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