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Stand: 16. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Zwar verschlafen Säuglinge ihren ersten Lebensmonat noch zu gut zwei Dritteln. In den Wachzeiten zeigen sich jedoch schon früh erste Temperamentsunterschiede. Manche Kinder sind eher still und genügsam, andere dagegen stets wach und fordernd. Letztere schreien oft mehr. Tatsächlich schreit jeder achte bis zehnte Säugling so viel und häufig, dass er als Schreibaby definiert werden kann, ohne dass aber zwingend eine organische Ursache dahinter steckt.
Allerdings lassen sich normal schreiende Säuglinge meist nach kurzer Zeit durch Körperkontakt, die Stimme der Bezugsperson, eine frische Windel, Schlaf oder eine Mahlzeit beruhigen. Ist das nicht der Fall, sollten die Ursachen ärztlich abgeklärt werden.
Denn scheinbar unerklärliches Schreien kann dennoch einen ernsthafteren Hintergrund haben. Besonders Lebensmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten können ein Grund für häufiges Schreien beim Säugling sein. Da Babys in den ersten Monaten ausschließlich mit Milch ernährt werden, kommt in der Regel eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) oder eine Milcheiweißallergie (Kuhmilchallergie) in Frage. Das gilt auch für gestillte Babys, da eine solche Allergie – wenn auch in seltenen Fällen – auch durch die Ernährung der Mutter über die Muttermilch ausgelöst werden kann. Häufiger sind jedoch Säuglinge betroffen, die ein erhöhtes Risiko für eine Allergie haben und in den ersten Monaten mit Kuhmilchbestandteilen in Kontakt kommen, etwa über Säuglingsersatznahrung. Besonders, wenn Ihr Kind beim Füttern immer wieder anhaltend schreit und sich kaum beruhigen lässt, sollte eine Unverträglichkeit oder Allergie abgeklärt werden.
Der Begriff Dreimonatskoliken (3-Monats-Koliken) ist zwar weiterhin geläufig, aufgrund seiner falschen Bedeutung aber veraltet. Mittlerweile wird stattdessen häufiger der Begriff Regulationsstörung verwendet.
Lange Zeit wurden Blähungen und Verdauungsstörungen, die sogenannten Dreimonatskoliken, als Ursache für die Beschwerden von Schreikindern gesehen. Mittlerweile ist bekannt, dass diese Beschwerden vielmehr eine Folge des Schreiens sind, da das Baby dabei viel Luft schluckt.
Inzwischen fällt das exzessive Schreien ohne erklärlichen Grund daher unter den Sammelbegriff Regulationsstörung. Hierzu zählen außerdem Schlafstörungen und Fütterungsstörungen.
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