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Rund um das Thema Alkohol

Alkohol: Gut für die Gesundheit?

Stand: 1. Januar 2008Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Alkohol wird in unserer Gesellschaft im Allgemeinen positiv bewertet: Er ist ein Kulturgut und steht für Geselligkeit, Frohsinn und Genuss ("Ein gutes Glas Wein rundet dieses leckere Essen ab"). Er ist eingebunden in soziale Rituale, zum Beispiel beim "Begießen" von Geburtstagen, Jubiläen und sportlichen Erfolgen. Und er dient zur Bewältigung von Stress , Verlusterlebnissen und psychischen Krisen. Alkohol hat also durchaus eine ganze Reihe positiver Seiten – und diese sollen hier auch nicht "vermiest" werden.

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Alkohol-Risikotest
Ein Gläschen nach Feierabend, ein Cocktail auf der Party oder ein Schnaps für den Magen: Ist Ihr Alkohol-Konsum bedenklich? Zum Test ...

Auf der anderen Seite sollte man bedacht mit Alkohol umgehen, denn einen gänzlich risikofreien Alkoholkonsum gibt es nicht. Alkohol schädigt nahezu jedes Gewebe und Organ des menschlichen Körpers (wie Magen-Darm-Trakt, Immunsystem, Nieren, Blut) und fördert dadurch das Erkrankungsrisiko (Morbidität) – und zwar in linearer Form: Je mehr Alkohol, desto größer das Risiko einer Schädigung. Bereits der tägliche Konsum von zehn Gramm Alkohol (= eine halbe Flasche Bier, ein kleines Glas Wein oder eineinhalb Schnäpse) erhöht das Risiko einer Krebserkrankung im Bereich der oberen Atemwege, der Speiseröhre und des Kehlkopfs um 30 Prozent – was durch Rauchen noch potenziert wird. Wer täglich eine Flasche Wein (= 75-100 g Alkohol) trinkt, steigert dadurch das Risiko für Mundhöhlen- und Rachenkrebs um das 13-Fache. Das Risiko einer Lebererkrankung ist bereits ab täglich einem Glas Bier oder Wein erhöht – und steigert sich bei Männern bei täglich einer Flasche Wein um das 14-Fache, bei Frauen noch wesentlich stärker.

Je mehr Alkohol Sie trinken, desto größer ist das gesundheitliche Risiko. Einen gänzlich risikofreien Alkoholkonsum gibt es nicht.

Alkohol ist auch kein geeignetes Mittel zur Senkung des Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikos (Mortalität). Lediglich bei zwei Personengruppen können geringe Alkoholmengen das entsprechende Risiko möglicherweise verringern, aber auch das ist umstritten: Das sind zum einen Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, und zum anderen Senioren über 65 Jahre, sofern sie mehrere Risikofaktoren für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall und keinen Bluthochdruck aufweisen. Aber man bedenke: Regelmäßige sportliche Aktivitäten haben einen ähnlichen Effekt wie Alkohol und sind wesentlich gesünder. Und: Man treibt durch Alkohol den Teufel mit dem Beelzebub aus, denn selbst wenn sich das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko durch Alkohol verringern ließe, erhöht man auf der anderen Seite sein Risiko für andere Erkrankungen.

Obergrenzen für einen risikoarmen Alkoholkonsum.
Grenzen für risikoarmen Konsum
(Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Obwohl Alkohol also keineswegs eine Art Medikament, sondern ein Zellgift darstellt, kommt der Körper der meisten gesunden (!) Menschen bis zu einer bestimmten Grenze mit Alkohol zurecht, ohne zu erkranken. Diese Grenze eines risikoarmen Alkoholkonsums liegt nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation bei täglich maximal 20 Gramm (Frauen) beziehungsweise 30 Gramm (Männer) reinem Alkohol. Die neuere Forschungslage spricht für eine Senkung dieser Obergrenzen: Frauen sollten täglich höchstens 10 bis 12 Gramm, Männer höchstens 20 bis 24 Gramm Alkohol konsumieren, wenn sie sich auf Dauer nicht schädigen wollen.

Alkoholfreie Tage
Zur Verminderung der Gefahr körperlicher Schäden, aber auch um einer schleichenden Abhängigkeitsentwicklung vorzubeugen, sollten wöchentlich mindestens 2 alkoholfreie Tage "eingelegt" werden.

Vollständige Alkoholabstinenz ist darüber hinaus in folgenden Fällen angebracht:

  • bei Menschen, die eine Alkoholabhängigkeit überwunden haben und bereits abstinent leben,
  • bei Menschen mit einer Erkrankung, die durch Alkohol verschlimmert werden könnte,
  • bei Frauen mit einem genetischen Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs,
  • bei der Einnahme von Medikamenten, die in unbekannte Wechselwirkung mit Alkohol treten können (z. B. Schlaf-, Schmerz- oder Beruhigungsmittel; vgl. Beipackzettel),
  • beim Verrichten gefährlicher Tätigkeiten zu Hause oder in der Arbeit (z. B. Arbeit an Maschinen), beim Sport (z. B. Schwimmen oder Bergsteigen), bei bestimmten Freizeitaktivitäten und vor oder während des Führens eines Kraftfahrzeugs,
  • im Verlauf von Schwangerschaft und Stillzeit.

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