Psychose: Wie wird eine Psychose behandelt?

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (14. Oktober 2015)

Je früher eine Psychose behandelt wird, desto besser: Oft kann die frühzeitige Behandlung den Verlauf günstig beeinflussen.

Die Therapie einer Psychose hängt davon ab, ob es sich um eine organisch oder um eine nicht-organisch bedingte Form der Psychose handelt, und davon, wie schwer die Psychose ist. Während in leichten Fällen eine ambulante Therapie oder der Aufenthalt in einer Tagesklinik ausreichend ist, müssen Personen mit starken Symptomen stationär aufgenommen werden.

Die Behandlung ist häufig eine Herausforderung für Ärzte und Angehörige – denn oft sehen die Betroffenen während eines akuten Schubs nicht ein, dass sie krank sind und verweigern die Zusammenarbeit.

Behandlung von nicht-organisch bedingten Psychosen

Bei nicht-organisch bedingten Psychosen wie der Schizophrenie besteht die Behandlung meist aus mehreren Komponenten, denn man geht davon aus, dass mehrere Einflüsse an der Entstehung beteiligt sind. In der Regel erhält der Patient Medikamente zur Behandlung von psychischen Erkrankungen (Psychopharmaka) sowie eine Psychotherapie und / oder eine Soziotherapie.

Während die Psychotherapie unter anderem dazu dient, mögliche Einflussfaktoren herauszufinden, soll die Soziotherapie ihm dabei helfen, seinen Alltag besser zu bewältigen.

Ein Mann erzählt etwas, eine Frau hört ihm zu. © Jupiterimages/iStockphoto

Menschen mit einer nicht-organisch bedingten Psychose wie der Schizophrenie erhalten häufig psychologische Unterstützung.

Medikamente aus der Gruppe der Antipsychotika (Neuroleptika) beeinflussen den psychischen Zustand und können einige der typischen Symptome reduzieren, so zum Beispiel Halluzinationen. Meist ist es nötig, dass der Patient Neuroleptika über mehrere Jahre oder dauerhaft einnimmt, um einen Rückfall zu verhindern. Auch andere Medikamente wie Antidepressiva oder Lithium können je nach Krankheitsbild und Symptomen zum Einsatz kommen.

Eine Psychose ohne direkte körperliche Ursache ist nicht zwangsläufig unheilbar, vielmehr nimmt sie bei vielen Betroffenen einen günstigen Verlauf und es bleibt bei einem einmaligen Schub. Andere Patienten wiederum erleben sowohl psychotische Schübe als auch Zeiten ohne Beschwerden, während wieder andere dauerhaft unter chronischen Symptomen leiden.

Behandlung von organisch bedingten Psychosen

Bei einer organisch bedingten Psychose – also einer Psychose, bei der eine äußere Ursache feststellbar ist – liegt der Fokus darauf, den Auslöser zu beheben. Ist etwa ein Gehirntumor für die Psychose verantwortlich, wird es das Ziel sein, den Tumor entsprechend zu behandeln. Gelingt es, die Ursache zu beseitigen, bildet sich eine akute körperlich bedingte Psychose häufig ohne Folgen zurück. Mithilfe von Psychopharmaka können Beschwerden gelindert werden.

Verlauf und Prognose einer sekundären Psychose sind insbesondere davon abhängig, welche Ursache ihr zugrunde liegen.