Depression: Die Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Januar 2008)

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Es gibt zwei verschiedene Erklärungsebenen für die Entstehung einer Depression. Zum einen die psychologische Sichtweise, indem wir das Verhalten des Betroffenen, seinen Umgang mit seinen Mitmenschen und seine gesamte Lebenssituation betrachten. Oft stoßen wir hier auf Faktoren wie Verlusterlebnisse oder eine chronische Überlastungssituation, die als Auslöser der Erkrankung eine Rolle spielen können. Durch eine Psychotherapie kann auf dieser Ebene helfend eingegriffen werden.

Die andere Ebene ist die physiologische. Damit sind neurobiologische Veränderungen (Abläufe in den Nervenzellen und im Gehirn) gemeint, die dem Auftreten einer Depression vorausgehen oder diese begleiten. Ungleichgewichte der Botenstoffe im Gehirn können hier eine Rolle spielen. Durch Medikamente kann man direkt in diese neurobiologischen Zusammenhänge eingreifen.

Diese beiden Erklärungsebenen – die psychologischen und die physiologischen Erklärungsansätze – konkurrieren nicht miteinander, sondern ergänzen sich vielmehr. Das heißt, eine Depression ist nicht entweder psychologisch oder neurobiologisch bedingt, sondern es handelt sich hier um komplementäre Sichtweisen – ähnlich wie die zwei Seiten einer Medaille.