Prostata: Die Männerdrüse: Prostatakrebs

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Dezember 2013)

Neben der gutartigen Vergrößerung der Prostata kommt auch bösartigen Veränderungen eine wichtige Bedeutung zu: Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen unter Männern – das Risiko steigt circa ab einem Alter von 50 Jahren mit zunehmendem Alter immer weiter. Es gibt verschiedene Arten von Prostatakrebs, darunter auch sehr langsam wachsende Krebsformen, die zeitlebens nicht entdeckt werden und keinerlei Beschwerden verursachen.

Männer ab 45 Jahren können auf Kosten der Krankenkasse jährlich eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung beanspruchen. Bei der Prostatakrebs-Früherkennung tastet der Arzt die Prostata mit dem Finger durch die Wand des Enddarms ab. Dazu zieht er einen Handschuh oder Fingerling an und führt einen Finger – in der Regel den Zeigefinger – mit reichlich Gleitmittel in den After ein. Der Mann steht dabei meist mit nach vorn gebeugtem Oberkörper. Zudem ist die Untersuchung unter anderem in Seitlage mit angezogenen Beinen möglich. Die Prostata lässt sich etwa 4 cm vom After entfernt ertasten. Ärzte nennen dies "digitale rektale Untersuchung", wobei "digital" "mit dem Finger" bedeutet und "rektal" für das Rektum steht, den Hauptteil des Enddarms.

Der Arzt achtet bei der Untersuchung vor allem auf die Konsistenz der Prostata; sie fühlt sich normalerweise derb und prall-elastisch an, etwa so, wie das Gewebe der Handinnenfläche bei ausgestreckten Fingern. Auch die Form und Größe lässt sich zumindest grob beurteilen. Für den Mann fühlt sich die Untersuchung oft zwar etwas unangenehm an, Druck auf die Prostata sollte aber nicht zu Schmerzen führen. Bei einer Entzündung (Prostatitis) der Drüse ist diese sogenannte Druckempfindlichkeit hingegen typisch.

Tastet der Arzt etwas, das er genauer untersuchen und abklären möchte, kann er die Prostata mit Ultraschall untersuchen. Hierzu schiebt er eine feine Ultraschallsonde in den Enddarm vor und betrachtet die Drüse durch die Darmwand hindurch. Er kann die Größe der Prostata bestimmen und erhält weitere Hinweise, die zum Beispiel auf eine schwere Entzündung oder eine gut- oder bösartige Neubildung hinweisen können. Bei einem auffälligen Befund schlägt der Arzt meist vor, kleine Gewebeproben (Biopsien) zu entnehmen, die dann unter dem Mikroskop untersucht werden. Nur mithilfe einer solchen Biopsie kann der Arzt gutartige von eventuell bösartigen Veränderungen unterscheiden.

Die Drüsenzellen der Prostata stellen neben dem Sekret auch das sogenannte prostataspezifische Antigen (PSA) her. PSA ist ein Eiweiß, das sich bei Männern im Sperma und im Blut nachweisen lässt. Verschiedene Erkrankungen der Prostata, etwa eine gutartige Vergrößerung, eine Entzündung oder auch ein Tumor, können den PSA-Wert erhöhen. Weiterhin können langes Fahrradfahren, Geschlechtsverkehr und eine Verstopfung den PSA-Spiegel im Blut heben und das Ergebnis der Untersuchung verfälschen.

Als Früherkennungsmaßnahme für Prostatakrebs wird der PSA-Test unter Fachleuten kritisch diskutiert. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Arzt den Untersuchten über die Aussagekraft von positiven und negativen Untersuchungsergebnissen des Tests beziehungsweise über die Vor- und Nachteile der Methode aufklärt. Der PSA-Test zählt nicht zur gesetzlichen Prostatakrebs-Früherkennung – die Kosten dafür müssen die Betroffenen daher selbst tragen.