Schwerbehindertenausweis – wer kann ihn beantragen?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Oktober 2014)

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Ob bei der Arbeit, auf der Straße oder in der Freizeit – mit einer Behinderung zu leben, bringt je nach Ausmaß viele Nachteile und Einschränkungen im alltäglichen Leben mit sich. Mit einem Schwerbehindertenausweis können schwerbehinderte Menschen gegenüber Arbeitgebern, Sozialleistungsträgern und Behörden nachweisen, dass sie körperlich oder geistig beeinträchtigt sind. Der Ausweis belegt den festgestellten Grad der Behinderung und erleichtert es seinem Inhaber, besondere Rechte und sogenannte Nachteilsausgleiche wahrzunehmen.

Von Behinderung spricht man, wenn körperliche Funktionen, geistige Fähigkeiten oder die seelische Gesundheit länger als sechs Monate von dem für das Alter typischen Zustand abweichen und Menschen aus diesem Grund nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Betroffene Personen können sich eine Behinderung vom zuständigen Versorgungsamt ihrer Stadt bescheinigen lassen. Ab einem bestimmten Grad der Behinderung, der sich aus der Gesamtheit aller gesundheitlichen Beeinträchtigungen ergibt, stellt das Versorgungsamt einen Schwerbehindertenausweis aus.

Auf dem Schwerbehindertenausweis sind Name und Geburtsdatum des Inhabers und die Gültigkeitsdauer eingetragen. Ab dem 10. Lebensjahr ist der Schwerbehindertenausweis mit einem Lichtbild versehen. Außerdem sind der Grad der Behinderung und sogenannte Merkzeichen eingetragen, die angeben, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestehen.

Um das Leben mit einer Behinderung zu erleichtern, gibt es in verschiedenen Bereichen sogenannte Nachteilsausgleiche, die – wie der Name schon sagt – durch die Behinderung bedingte Nachteile und Mehraufwendungen ausgleichen sollen.

Dazu zählen zum Beispiel

  • gesonderte arbeitsrechtliche Regelungen,
  • bestimmte Steuervergünstigungen
  • oder die Berechtigung zur vergünstigten Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Die Nachteilsausgleiche für Behinderte sind gesetzlich im Sozialgesetzbuch verankert. Welche Nachteilsausgleiche ein behinderter Mensch in Anspruch nehmen kann, hängt davon ab, welche Behinderung vorliegt und wie stark sie den Betroffenen einschränkt.

Für die Inanspruchnahme der Nachteilsausgleiche muss man nicht zwangsläufig im Besitz eines Schwerbehindertenausweises sein – Menschen mit einer weniger stark ausgeprägten Behinderung können zwar keinen Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis geltend machen, sie können jedoch trotzdem das Recht auf bestimmte Vorteile haben, wie zum Beispiel steuerliche Vergünstigungen. Die Bescheinigung über das Ausmaß der Behinderung kann dann mittels eines Feststellungsbescheids durch das zuständige Versorgungsamt erfolgen, auf dem der genaue Grad der Behinderung eingetragen ist.