Hospiz – ein Lebensende in Geborgenheit

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Juli 2014)

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Am Lebensabend im Kreise der Familie friedlich einschlafen – so wünschen es sich viele, wenn sie einmal sterben müssen.

Auch wenn dies nicht immer genau so möglich ist: In einem Hospiz versucht man, diesem Wunsch möglichst nahe zu kommen. Hier finden Schwerkranke und ihre Angehörigen Unterstützung, Entlastung und ein Stück Geborgenheit auf ihrem letzten gemeinsamen Weg.

Die Idee der Hospizbewegung lehnt an die Tradition der Herbergen an, die ab dem 4. Jahrhundert nach Christus entlang der Pilgerrouten in ganz Europa entstanden. Zunächst gewährten diese Herbergen sowohl kranken als auch gesunden Pilgern Unterschlupf, später rückte mehr und mehr die Krankenpflege in den Mittelpunkt. Der Begriff Hospiz leitet sich vom lateinischen Begriff hospitium = Herberge ab.

Das Konzept der Herberge hat sich bis heute gehalten: Ein stationäres Hospiz nimmt schwerkranke Menschen auf, die sich nicht mehr selbst versorgen können, um sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten und sie zu pflegen, psychologische Unterstützung und eine palliative Behandlung zu bieten.

Als palliativ bezeichnet man Maßnahmen, die auf die Linderung von Symptomen abzielen, wenn die Krankheit nicht mehr heilbar ist (z.B. Schmerztherapie, Kontrolle der Beschwerden). Dabei liegt der Fokus darauf, Lebensqualität und Selbstbestimmung eines unheilbar Kranken bestmöglich aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Dies geschieht in Abstimmung mit behandelnden Ärzten und beteiligten Pflegediensten.

Neben der Pflege und Schmerzbehandlung geht es in einem Hospiz vor allem auch darum, den Betroffenen das Lebensende so angenehm wie möglich zu machen und soziale Bindungen aufrechtzuerhalten.

Oberste Priorität in einem Hospiz oder bei einem ambulanten Hospizdienst ist es außerdem, eine beschützende, würde- und respektvolle Atmosphäre zu schaffen und die Lebensqualität von Betroffenen auch im fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf dem höchstmöglichen Niveau zu erhalten.

Im Unterschied zu einer normalen Krankenstation bieten Hospize oder Palliativstationen eine besondere Umgebung für ihre "Bewohner": Die Zimmer sind wohnlich eingerichtet, um eine warme Atmosphäre zu schaffen. Viele Einrichtungen verfügen über Gemeinschaftsräume und Küchen, in denen sich Patienten und Angehörige zusammenfinden können, um sich auszutauschen oder auch gemeinsam zu feiern. Denn in der Hospizbwegung versteht man die letzte Lebensphase nicht als ein "Warten auf den Tod" – vielmehr geht es darum, den letzten Monaten, Wochen und Tagen mehr Leben zu geben.

Auch die Angehörigen nehmen einen wichtigen Platz in der Hospizarbeit ein: Für sie besteht die Möglichkeit, den Betroffenen rund um die Uhr zu besuchen oder in der Einrichtung zu übernachten. Auf Wunsch werden Angehörige auch in die Behandlung und Pflege des Kranken miteinbezogen. Darüber hinaus erhalten auch sie psychologische Unterstützung.

Im stationären oder ambulanten Hospizdienst arbeiten Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen zusammen (interdisziplinär), so zum Beispiel Ärzte (Palliativmediziner), ausgebildetes Pflegepersonal, Sozialarbeiter, Psychologen und Laien. Neben hauptberuflichen Mitarbeitern engagieren sich auch viele Menschen ehrenamtlich in der Hospizarbeit.