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Julius Wagner-Jauregg (Julius Wagner von Jauregg)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© Getty Images

* 7. März 1857 in Wels (Oberösterreich)

† 27. September 1940 in Wien

Julius Wagner-Jauregg stammte aus einer Beamtenfamilie, die 1883 geadelt wurde. Er führte die Fiebertherapie in die Psychiatrie ein. Für die "Entdeckung der therapeutischen Bedeutung der Malariaimpfung bei progressiver Paralyse" erhielt er 1927 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Wagner-Jauregg wurde am 7. März 1857 in Wels, einem kleinen Ort in Oberösterreich, geboren. Sein Abitur legte er 1874 in dem renommierten Schottengymnasium in Wien ab und begann anschließend mit dem Studium der Medizin in Wien. Sein Medizinstudium beendete er im Jahre 1880 mit der Promotion zum Dr. med. an der dortigen Universität. Bis 1882 arbeitete er dann in dem Institut für allgemeine und experimentelle Pathologie in Wien. Danach trat er für eine kurze Zeit im Department für Innere Medizin in Wien bei Heinrich von Bamberger (1819–1889) eine Stelle an, wechselte 1883 als Assistent von Maximilian Leidesdorf (1819–1889) in die Psychiatrische Klinik.

Im selben Jahr beobachtete Wagner-Jauregg zum ersten Mal die heilende Wirkung von Fieberfällen bei an der Spätform von Lues erkrankten Menschen. Gleichzeitig hielt er über die Pathologie des menschlichen Nervensystems Vorlesungen. Im Jahre 1888 wurde dieses Fach dann in die Psychiatrie eingegliedert. Seine Habilitation erfolgte bereits im Jahre 1885 für das Fach Nervenkrankheiten und Psychiatrie.

1889 übernahm Wagner-Jauregg die Leitung der Psychiatrischen Klinik in Graz. Dort war der sogenannte endemische Kretinismus einer seiner wissenschaftlichen Schwerpunkte, der in der Steiermark aufgrund von Inzucht weit verbreitet war. Dabei erzielte er gute Erfolge bei der Kropfbehandlung durch die Beimischung geringer Mengen Jod zum Trinkwasser.

1893 verließ Julius Wagner-Jauregg Graz und wurde zum Professor für Psychiatrie an der Universität Wien und zum Direktor der Wiener Psychiatrischen Klinik ernannt. Nach einem erfüllten Arzt- und Wissenschaftlerleben ging er 1928 in den Ruhestand. Bis zu seinem Tod am 27. September 1940 nahm er auch nach dem Ausscheiden aus dem offiziellen Berufsleben noch weiterhin aktiv am Wissenschaftsleben teil.


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