Sir John E. Sulston

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

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* 27. März 1942 in England

Sir John Sulston erhielt 2002 gemeinsam mit dem Briten Sidney Brenner (*1927) und dem US-Amerikaner H. Robert Horvitz (*1947) den "Nobelpreis für Medizin oder Physiologie". Das Trio wurde für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der "genetischen Regulierung der Organentwicklung und des programmierten Zellsterbens" geehrt. Sulston und seinen Kollegen gelang es, durch ihre Untersuchungen am Fadenwurm Caenorhabditis elegans wichtige Gene zu identifizieren, die für die Regulation der Organentwicklung und des programmierten Zelltods (Apoptose) verantwortlich sind. Auch bei höher entwickelten Organismen wie zum Beispiel dem Menschen konnten diese Gene nachgewiesen werden.

Der programmierte Zelltod (Apoptose) ist ein genetisch angelegter, lebenswichtiger Mechanismus, welcher die Abtötung der Zellen gleichermaßen bei Menschen, Tieren und Pflanzen initiiert, um so unter anderem die Neubildung zum Beispiel von Gliedmaßen, aber auch die Entsorgung von alten oder kranken Zellen zu ermöglichen. Die Apoptose ist somit eine Grundvoraussetzung für das Leben, denn sie stellt sicher, dass überzählige oder geschädigte Zellen sich selbst töten, bevor sie im Organismus Unheil anrichten können.

Sir John Sulston gelang es mit seinem Team, das Erbgut eines Tiers – des Fadenwurms Caenorhabditis elegans – vollständig zu entschlüsseln. Dazu untersuchte er die Zellentwicklung des Fadenwurms von der befruchteten Eizelle an bis zum erwachsenen Organismus. Er stellte so gewissermaßen einen Zellstammbaum auf und identifizierte und charakterisierte dabei jene Gene, die das programmierte Zellsterben steuern. Zudem beobachtete er eine Mutation in einem dieser Gene.

Sir John Sulston, Sohn eines Geistlichen und einer Lehrerin, studierte an der Universität Cambridge in England Organische Chemie. Später war er als Wissenschaftler am MRC Laboratory of Molecular Biology tätig. Nach dem Erwerb des Doktorgrads 1966 ging er nach Kalifornien, wo er sich am Salk-Institut in San Diego dem Fach Humangenetik zuwandte. 1969 kehrte Sulston nach England zurück und widmete sich in Cambridge als Mitarbeiter des Teams um Sidney Brenner der Entschlüsselung und dem Aufbau der DNA. 1992 wurde Sulston Direktor des britischen Human Genome Projects und arbeitete in diesem Bereich am Wellcome Trust Sanger Institute in Cambridge bis 2000. Unter den zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen Sir John Sulstons sind neben dem Medizin-Nobelpreis vor allem die Mitgliedschaften der Royal Society 1986, der Pfizer Prize for Innovative Science (2000) und die Erhebung in den Adelsstand 2001 zu nennen.



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