Rudolf Steiner

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

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* 25. Februar 1861 in Kraljevec (damals Ungarn)

† 30. März 1925 in Dornach bei Basel (Schweiz)

Der Österreicher Rudolf Steiner gilt als der Begründer der Anthroposophie. Obwohl er keinen medizinischen Beruf ausübte, ist er trotzdem der Initiator eines Medizinkonzepts, das von vielen Menschen begrüßt, aber auch von vielen Schulmedizinern als "Außenseitermedizin" abgelehnt wird. Steiners Wissenschaft von der Anthroposophie resultiert aus eigenen erkenntnistheoretischen und methodisch begründeten Erfahrungen und Überlegungen. Dabei stützt er sich neben der antiken Philosophie vor allem auf den deutschen Idealismus und die Naturauffassung und Metamorphosenlehre Johann Wolfgang von Goethes (1749–1832). Steiners Werk ist umstritten und gilt als nahezu unüberschaubar. Auch die Deutung des Begriffes "Anthroposophie" ist schwierig. Die Anthroposophie ist eine von christlichem, indischem und kabbalistischem Gedankengut beeinflusste Weltanschauungslehre, in der der Mensch eine stufenweise Entwicklung nachzuvollziehen hat, um höhere "seelische" Fähigkeiten zu entwickeln und "übersinnliche" Erkenntnisse zu erlangen.

Rudolf Steiner studierte an der Technischen Hochschule in Wien Mathematik und Naturwissenschaften und betrieb zudem ausgedehnte philosophische und naturwissenschaftliche Studien. 1897 ging er nach Berlin und war unter anderem Mitherausgeber des "Magazins für Literatur".

Von 1899 bis 1904 lehrte er Deutsch und Geschichte an der Berliner Arbeiterbildungsschule und entwickelte nach und nach sein anthroposophisches Weltbild. Dies führte zum Bruch mit der deutschen Sektion der seit 1875 bestehenden "Theosophischen Gesellschaft", einer religiösen Gemeinschaft, deren Erlösungslehre sich an altindischen Überlieferungen orientiert. Ab 1902 war Steiner der Berliner Generalsekretär dieser Gesellschaft. 1912 gründete er die "Anthroposophische Gesellschaft", die sich von den indischen und spritistischen Elementen der Theosophischen Gesellschaft abgrenzte.

Ab 1914 baute Steiner das von ihm eingerichtete bauliche Zentrum der Anthroposophen in Dornach bei Basel, das "Goetheanum", aus. Die ursprünglich aus Holz gebaute Lehr- und Unterkunftseinrichtung wurde nach einem Brand in der von Steiner vorgegebenen eigenwillig expressiven Struktur in Anlehnung an Goethes Metamorphosenlehre neu errichtet. Seit 1923 ist im "Gotheanum" die "Freie Hochschule für Geisteswissenschaften" untergebracht.

Die erste "Freie Waldorfschule" konnte Steiner 1919 für die Arbeiterkinder der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik in Stuttgart eröffnen. 1920 begann in Dornach zudem der erste medizinische Kurs für Ärzte und Studenten auf anthroposophischer Grundlage. Nach drei Kursen gründete Steiner im Dezember 1924 mit einem Kreis von Anhängern die Medizinische Sektion des Goetheanums.

Im anthroposophisch ausgerichteten Behandlungsprozess sollen durch verschiedene Naturheilmittel oder durch künstlerische Therapie die schöpferischen seelischen und geistigen Kräfte einer Person aktiviert werden. Zu den künstlerischen Therapien zählen beispielsweise heilpädagogische Bewegungen, Musik-, Mal- und Plastiziertherapien

Rudolf Steiner starb im Alter von 64 Jahren in Dornach.



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