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Albert Schweitzer

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© Getty Images

* 14. Januar 1875 in Kaysersberg (Oberelsass)

† 4. September 1965 in Lambaréné (Gabun)

Albert Schweitzer sagte einmal von sich selbst: "Ich bin zu einem Drittel Professor, zu einem Drittel Apotheker und zu einem Drittel Bauer."

Als Kind erhielt Albert Schweitzer eine sorgfältige musikalische Ausbildung, welche die Grundlage für sein späteres hervorragendes Orgelspiel und für seine Kenntnisse im Orgelbau bildeten. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Deutschland und Frankreich wirkte er zunächst ab 1902 als Privatdozent für Theologie an der Universität Straßburg. In dieser Zeit und später im afrikanischen Lambaréné hatte Schweitzer sich durch Beiträge zu theologischen Themen ("Die Weltanschauung der indischen Dichter", "Geschichte der Leben-Jesu-Forschung") ebenso einen Namen gemacht wie durch seine Neuinterpretation des Orgelwerks Johann S. Bachs (1685–1750).

Ab 1905 studierte Schweitzer Medizin, um in Afrika zu arbeiten. 1913 machte er sein ärztliches Staatsexamen und ging im selben Jahr als Missionsarzt in das damalige französische Äquatorial-Afrika, wo er im kleinen Urwaldort Lambaréné am Ogowofluss – heute eine gabunesische Stadt mit über 25.000 Einwohnern und eigenem Flugplatz – eine Lepra-Station gründete. Hier, mitten im Urwald, begann Schweitzer zusammen mit weiteren Mitgliedern einer Missionsgesellschaft sein humanitäres Werk, um Not und Krankheit der Eingeborenen lindern zu helfen. Zur Unterhaltung des schnell wachsenden primitiv ausgestatteten Tropenhospitals fuhr er immer wieder nach Europa, um durch Vorträge, Orgelkonzerte und schriftstellerische Arbeiten ("Zwischen Wasser und Urwald", "Aus meiner Kindheit und Jugendzeit", "Kultur und Ethik") dringend benötigte finanzielle Mittel zu beschaffen. Dabei wurde Schweitzer infolge des ersten Weltkriegs als Deutscher von den Franzosen 1917 interniert und konnte erst 1924 nach Lambaréné zurückkehren, wo er 1927 ein neues, großes Missionshospital auf eigenem Grund in Betrieb nehmen konnte. Hier wirke er bis zu seinem Tod.

Albert Schweitzer war ein radikaler Denker im humanistischen Sinne. Mittelpunkt seines Lebens und Wirkens war die Ehrfurcht vor dem Leben, aber auch das Recht zum Leben – zu jedem Leben: "Es gibt keinen Unterschied zwischen wertvollen und weniger wertvollen Leben", sagte er einmal. Und so wie er sich in Lambaréné um das körperliche und seelische Wohl der schwarzen Einwohner mühte, kämpfte Schweitzer sein Leben lang darum, dass der Mensch seinen Geist nicht zur Vernichtung von Leben benutzt, sondern im Sinne einer praktischen Ethik zu vernünftigen Zwecken. Seine Philosophie lehnt sich stark an die Grundthesen Arthur Schopenhauers (1788–1860) und die Friedrich W. Nietzsches (1844–1900) an, ist aber auch von stoischem Gedankengut geprägt. Schweitzers Wirken wurde vielfach gewürdigt, so 1951 durch den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1952 durch den Nobelpreis für Frieden und 1954 durch den Orden der Friedensklasse des Pour le mérite.


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