Friedrich Gotthard Schettler

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. März 2011)

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* 13. April 1917 in Falkenstein (Vogtland)

† 20. April 1996 in Heidelberg

Gotthard Schettlers Arbeitsschwerpunkt lag in der Erforschung der Beziehung zwischen Blutfetten und der Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Schettlers Lehrbücher der Inneren Medizin galten als Standardwerke für das Medizinstudium. Das von ihm gegründete und in vielen Sprachen übersetzte Taschenbuch für Innere Medizin liegt in über zehn Auflagen vor; daneben war er Herausgeber des Taschenbuch der Praktischen Medizin sowie des Taschenbuch der Alterskrankheiten. Seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden durch zahlreiche Ehrungen gewürdigt.

Gotthard Schettler studierte an den Universitäten Leipzig, Wien und Tübingen und schloss das Studium mit dem Staatsexamen und der Promotion ab. Von 1945 bis 1950 arbeitete er als Assistent der Medizinischen Klinik in Tübingen. Anschließend war er als Privatdozent und außerplanmäßiger Professor (1955) bis 1956 als Oberarzt an der Medizinischen Universitätsklinik in Marburg an der Lahn und danach bis 1961 als Chefarzt der Medizinischen Klinik des Städtischen Krankenhauses Stuttgart-Bad Cannstatt tätig. Bis 1963 war Schettler ordentlicher Professor und Ordinarius für Innere Medizin der II. Medizinischen Klinik der Freien Universität Berlin. 1963 wurde er nach Ablehnung von Rufen an die Universitäten von Mainz und Marburg auf den traditionsreichen Heidelberger Lehrstuhl für Innere Medizin berufen und zum Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Ludolf-Krehl-Klinik) bestellt; 1986 erfolgte seine Emeritierung. Darüber hinaus organisierte und gestaltete Schettler von 1962 bis 1990 den Berliner Ärzte-Kongress, der durch ihn zu einer Institution der deutschen Hauptstadt wurde.

Gotthard Schettler war Verfasser von mehr als zahlreichen Fachpublikationen und Herausgeber von über 50 Monographien. Schettler fand weltweit wissenschaftliche Anerkennung und erhielt viele Auszeichnungen. Er war unter anderem Ehrendoktor der Universitäten Padua, Berlin, Edinburgh und Montpellier sowie Träger der Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft. Noch wenige Tage vor seinem Tod am 20. April 1996 bekam Gotthard Schettler in Wiesbaden die Gustav-von-Bergmann-Medaille in Gold verliehen.



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