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Wilhelm Conrad Röntgen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. April 2014)

© iStock

* 27. März 1845 in Lennep (heute ein Teil von Remscheid)

† 10. Februar 1923 in München

Als Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Strahlen entdeckte und auch gleich ihre möglichen Anwendungen erprobte, begann ein neues medizinisches Zeitalter: Seit über 100 Jahren ist "Röntgen" in Form der Röntgendurchleuchtung und Röntgenaufnahme die Grundlage vieler medizinischer Untersuchungen. Moderne medizinische Diagnoseverfahren wie Computertomographie, Emissions-Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Sonographie und Subtraktionsangiographie basieren letztlich auf Entwicklungen der röntgenologischen Bildverarbeitung.

Seine Jugend- und Schuljahre verlebte Röntgen von 1848 bis 1865 im niederländischen Apeldoorn und in Utrecht. Von 1865 bis 1871 studierte er in Zürich Maschinenbau und beschäftigte sich mit Experimentalphysik. 1871/1872 war er Assistent des Experimentalphysikers August Kundt (1839-1894), mit dem er an die Universitäten Würzburg und Straßburg ging, wo er sich 1874 habilitierte. 1875 wurde Röntgen an die Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim berufen, an der er Physik und Mathematik lehrte. 1876 kehrte er nach Straßburg zurück und lehrte hier bis 1879 Physik. Im gleichen Jahr wurde Röntgen Ordinarius für Theoretische Physik an der Universität Gießen. Von 1888 bis 1900 lehrte er als Ordinarius der Experimentalphysik an der Universität Würzburg, wo er ab 1894 deren Rektor wurde und wo er auch die Röntgenstrahlen entdeckte.

Im Jahr 1900 folgte Wilhelm Conrad Röntgen einem Ruf als Direktor an das Universitätsinstitut für Experimentelle Physik nach München, wo er bis zu seinem Tod lehrte. Er starb nach Jahren gesundheitlichen Leidens und der wirtschaftlichen Not im Alter von 78 Jahren in München an den Folgen eines Darmkrebses. Röntgen erhielt zu Lebzeiten 110 in- und ausländische Ehrungen – darunter den ersten Nobelpreis für Physik, den er am 10. Dezember 1901 persönlich entgegennahm. Er hat die ihm zuteil gewordene Publizität abgelehnt und hat nie Nutzen aus seiner Entdeckung gezogen – im Gegenteil: Er hat sie ohne Vorbehalte der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

Nur wenige Entdeckungen haben die Medizin, aber auch die Technik und Wissenschaft, so beeinflusst wie die Röntgenstrahlen. Röntgen hat sie bei seinen Forschungen mit Kathodenstrahlen am Abend des 8. November 1895 entdeckt, und sie aufgrund ihrer unbekannten physikalischen Eigenschaften Zeit seines Lebens "X-Strahlen" genannt. In seiner ersten Publikation über diese neuen Strahlen vom 28. Dezember 1895 für die Physikalisch-Medizinische Gesellschaft an der Universität Würzburg und seinem Vortrag vor der Gesellschaft am 23. Januar 1896 hatte Röntgen den Anstoß zur medizinischen Auswertung gegeben, in dem er neben Aufnahmen technischer Gegenstände als Demonstrationsobjekt auch seine Hand und die seiner Frau Anna Bertha (1839–1919) röntgenphotographisch darstellte. Und schon nach wenigen Wochen des Jahrs 1896 hatten die Ärzte nahezu weltweit die möglichen medizinischen Anwendungen der neuen Strahlen klar erkannt und begannen, sie trotz aller damals unzulänglichen technischen Mittel in ihre tägliche Praxis einzubeziehen.

In kurzer Zeit hat Wilhelm Conrad Röntgen mit den damals zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten wesentliche Eigenschaften der Röntgenstrahlen experimentell erforscht und die Beobachtungsergebnisse in seinen drei berühmt gewordenen wissenschaftlichen "Mitteilungen" niedergelegt:

  • 1. Mitteilung vom 28. Dezember 1895 ("Über eine neue Art von Strahlen; Vorläufige Mitteilung")
  • 2. Mitteilung vom 9. März 1896 ("Eine neue Art von Strahlen")
  • 3. Mitteilung vom 3. Mai 1897 ("Weitere Beobachtungen über die Eigenschaften der X-Strahlen")

Röntgen hat zu seiner Entdeckung nur diese drei Abhandlungen verfasst und wandte sich dann wieder seinen früheren Themen zu, vor allem dem Studium physikalischer Eigenschaften der Kristalle, dem zeitlebens sein besonderes Interesse galt. Die weitere Untersuchung der Röntgenstrahlen überließ er jüngeren Kollegen – über die Gründe dafür hat er sich nie geäußert. In den insgesamt 59 Fachveröffentlichungen Röntgens ist die große Spanne seiner experimentellen Arbeiten dargelegt, die alle von einem außerordentlichen präzisions-physikalischen Niveau gekennzeichnet sind.


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