Hermann Rieder

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. April 2014)

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* 3. Dezember 1858 in Rosenheim

† 27. Oktober 1932 in München

Hermann Rieder gehört zu den "Pionieren" der Radiologie und er gilt als der Begründer der Magen- und Darmdiagnostik mithilfe von Röntgenkontrastmitteln – die nach ihm benannte Rieder-Mahlzeit ist in die medizinische Literatur eingegangen. Rieder interessierte sich insbesondere für die Anwendung von Röntgenstrahlen in der Medizin. Er leitete unter anderem ein Röntgenlabor.

Hermann Rieder war Sohn einer Apothekerfamilie aus Rosenheim. Nach seinem Studium der Medizin in München, Wien und Heidelberg arbeitete er nach seiner Promotion in München 1883 als Assistenzarzt im städtischen Krankenhaus München links der Isar sowie in der Münchener Universitätsklinik. Bald machte er durch seine gründlichen Arbeiten auf dem damals noch jungen Gebiet der Hämatologie auf sich aufmerksam. 1892 habilitierte er sich für den Fachbereich Innere Medizin mit seiner Arbeit über den krankhaften Anstieg der weißen Blutkörperchen (Leukozytose). Sechs Jahre später wurde er zum außerordentlichen Professor (Extraordinarius) ernannt.

Rieders Arbeit bezog sich vorwiegend auf die Lage, Form und Motilität des Magens. Seine Erkenntnisse gewann er, indem er den Magen Speisebreien, die mit Wismut-Nitrat durchtränkt waren – die sogenannte Rieder-Mahlzeit. Im August 1904 hielt er in der Gesellschaft für Morphologie und Physiologie in München seinen berühmten Vortrag über die "Radiologischen Untersuchungen des Magens und Darmes beim lebenden Menschen". Das Wismut-Nitrat diente Rieder als Kontrastmittel, um Magen und Darm besser untersuchen zu können. Rieder schuf mit seinen Arbeiten im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die grundlegenden Voraussetzungen zur modernen Röntgendiagnostik der Verdauungsvorgänge des menschlichen Körpers.

Hermann Rieder hielt unter anderem Seminare in physikalischer Therapie ab. Seine Begriffe Rieder-Mahlzeit, Rieder-Formen und Rieder-Magenform sind in der Medizin geläufig und auch heute noch in Gebrauch. Als Rieder-Magenform wird der beim Röntgen im Stehen angelhakenförmig erscheinende Magen bezeichnet. Wenn Lymphozyten im Rahmen von bestimmten Leukämie-Erkrankungen stark eingebuchtete oder zweigeteilte Kerne aufweisen, wird dies auch als Rieder-Formen bezeichnet.



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