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Paracelsus – Theophrast Bombast von Hohenheim

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© Getty Images

* 10. November 1493 oder 1494 in Einsiedeln (Schweiz)

† 24. September 1541 in Salzburg

Wie kaum ein anderer hat Theophrast von Hohenheim, der sich Paracelsus nannte, die damals an den Universitäten der beginnenden Neuzeit gelehrte dogmatische Medizin des Galenismus bekämpft und durch "moderne" Anschauungen zu ersetzen versucht. Auch heute noch ist Paracelsus präsent: Als Patron von Apotheken und Drogerien, als Schutzherr von Kliniken, als Namensgeber für diverse Medizin- und Kräutermixturen sowie auf Medaillen für verdiente Ärzte.

Paracelsus – Sohn des Arztes Wilhelm Bombast von Hohenheim – hatte mehrere hohe Schulen besucht und in Wien und Ferrara (Italien) den Galenismus kennengelernt. Paracelsus widersetzte sich schon als Student dem dogmatischen Schematismus und gelehrten Autoritäten, wurde um 1515 in Ferrara jedoch dennoch Doktor. Sein weiteres Leben verlief unstet, sodass Jahre seines Wirkens weitgehend im Dunkeln blieben und nur durch seine unzähligen Schriften teilweise aufgehellt werden können.

1524/25 war Paracelsus in Salzburg, wurde aber 1527 als Stadtarzt und damit verbunden als Hochschullehrer nach Basel berufen. Hier hielt er neben lateinischen Vorlesungen auch Unterricht in deutscher Sprache, was für diese Zeit revolutionär war. Aufgrund seiner Ansichten und der Tatsache, dass er gegen Autoritäten aufbegehrte, kam es hier zu Auseinandersetzungen mit Kollegen und anderen wichtigen Persönlichkeiten der Stadt, sodass Paracelsus 1528 Basel fluchtartig verlassen musste. Wanderjahre durch Süddeutschland, die Schweiz und Österreich folgten. 1541 kam er wieder nach Salzburg und verstarb hier mittellos. Seine Gebeine werden hier seit 1752 in der Vorhalle der Sebastianskirche in einem Grabmal aufbewahrt.

Obwohl Paracelsus' Auffassung von Gesundheit und Krankheit noch zwangsläufig vom alchemistischen Denken geprägt war, sah er im Körper biologisch-chemische und physikalische Vorgänge, infolge dessen Krankheiten durch chemische Mittel beeinflusst sein müssten. Zeit seines Lebens suchte Paracelsus eine neue Heilkunst, die nicht auf Bücher, sondern auf eigene Anschauung und Erfahrung begründet war. Die Fülle seiner medizinischen, naturkundlichen, astrologischen und theologischen Schriften, mit denen er um das Jahr 1520 begann – "Vom Holtz Guaiaco gründlicher heylung" war die erste, die 1529 gedruckt wurde – zeigt Paracelsus jedoch nicht als Begründer einer neuzeitlichen, auf experimenteller Grundlage beruhenden oder gar einer alternativen ganzheitlichen Medizin, sondern vielmehr als den Wegbereiter der pharmazeutischen Chemie. Hier brach er konsequent mit der hippokratisch-galenistischen Arzneimittelkunde, die pflanzliche Heilmittel in ihren Mittelpunkt stellte.

Paracelsus bezog außerdem Umwelt und Psyche in seine Diagnosen mit ein und betrachtete Krankheiten ganzheitlich – das heißt er versuchte, die Ursachen zu behandeln anstatt nur die Symptome. Auf seine Überlegungen baute die Chemiatrie des 16. und 17. Jahrhunderts, die in die moderne Arzneimittellehre mündete. Paracelsus' wohl bekannteste These, die auch heute noch volle Gültigkeit besitzt, lautet: "Die Menge macht das Gift (Dosis facit venenum)."


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