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Albert Ludwig Sigesmund Neisser

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© iStock

* 22. Januar 1855 Schweidnitz (Polen)
† 30. Juli 1916 Breslau (Polen)

Albert Ludwig Sigesmund Neisser ist vor allem als Entdecker des Erregers der Gonorrhö bekannt.

Albert Neisser wurde als Sohn des jüdischen Arztes Moritz Neisser (1820-1896) in Schweidnitz geboren. Neissers Mutter starb, bevor er ein Jahr alt war. Albert Neisser besuchte die Volksschule in Nüsterberg und anschließend das Gymnasium St. Maria Magdalene in Breslau, welches er im Jahr 1872 mit dem Abitur (Matura) abschloss. Noch im selben Jahr begann Albert Neisser in Breslau mit dem Studium der Medizin, welches er 1877 mit dem Staatsexamen erfolgreich abschloss.

Ursprünglich strebte Albert Ludwig Sigesmund Neisser eine Laufbahn als Internist an. In Ermangelung einer geeigneten Stelle trat er jedoch den Dienst als Assistent des Dermatologen Oskar Simon (1845-1892) an. Hier arbeitete Neisser zwei Jahre und identifizierte 1880 den Erreger der Gonorrhö, Neisseria gonorrhoeae. Im selben Jahr bereiste Neisser Norwegen, um dort über 100 Leprapatienten zu untersuchen. In Leipzig habilitierte er sich bereits ein Jahr später im Fach Dermatologie und wurde 1882 schließlich außerordentlicher Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie Leiter der gleichnamigen Abteilung in Breslau, wobei er die Nachfolge des an Krebs verstorbenen Simons antrat.

Albert Neisser war wesentlich an der Planung und Vollendung einer neuen Klinik für Dermatologie beteiligt, die bald zu einem international renommierten wissenschaftlichen Zentrum wurde. 1894 erhielt Neisser den Titel eines Geheimen Medizinalrats.

In den Jahren 1905 und 1906 begab sich Albert Neisser auf eine Reihe von Expeditionen nach Java, um die Syphilis an Affen sowie die Übertragung dieser Krankheit auf den Menschen zu studieren. In Zusammenarbeit mit August Paul von Wassermann (1866-1925) entwickelte Neisser den später als Wassermann-Reaktion bekannten Nachweis des Syphilis-Erregers Treponema pallidum pallidum. Auch an der Entwicklung des ersten Syphilis-Chemotherapeutikums durch seinen ehemaligen Klassenkameraden Paul Ehrlich im Jahr 1910 war Neisser, seit 1907 ordentlicher Professor für Dermatologie in Breslau, beteiligt.

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagierte sich Albert Neisser auch in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge. Albert Neisser starb nach einer Reihe schwerer Erkrankungen im Alter von 61 Jahren am 30. Juli 1916 in Breslau.


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