Robert F. Furchgott, Louis J. Ignarro & Ferid Murad

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

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Die drei US-amerikanischen Wissenschaftler Robert F. Furchgott, Louis J. Ignarro und Ferid Murad erhielten 1988 den "Nobelpreis für Physiologie oder Medizin" für die Erforschung der Wirkung von Stickstoffmonoxid (NO) als Signalmolekül im menschlichen Herz-Kreislauf- und Gefäßsystem.

Stickstoffmonoxid spielt in kleinster Dosis eine wichtige Rolle bei der Signalübertragung im Körper, vor allem im Herz-Kreislauf-System. Zudem fungiert es als Abwehrmechanismus gegen Infektionen und reguliert den Blutdruck. Stickstoffmonoxid wird im Körper nicht gespeichert, sondern unmittelbar am Einsatzort erzeugt. Die Erkenntnisse von Furchgott, Ignarro und Murad können in der Medizin zum Beispiel bei Herzerkrankungen, bei der Krebsbekämpfung oder auch als Marker in der Diagnose von Lungen- und Darmerkrankungen eingesetzt werden.

Robert F. Furchgott

Chemiker
* 4. Juni 1916 in Charleston (South Carolina)
† 19. Mai 2009 in Seattle (Washington)

Robert F. Furchgott studierte Chemie und Biochemie. 1940 wurde er Doktor der Biochemie an der Northwestern University. Nach einem zweijährigen Gastaufenthalt an der Universität Genf leitete er von 1956 bis 1988 als Professor der Pharmakologie das Pharmakologische Institut der State University of New York. Zwischenzeitlich lehrte er als Gastprofessor an den Universitäten von Kalifornien in San Diego, von South Carolina, von Los Angeles und Miami. 1978 entdeckte der damals 62-Jährige die Bedeutung von Stickstoffmonoxid für den menschlichen Organismus und damit ein Molekül, das zur Entspannung der Muskelzellen der Gefäße führt. Weil er die Struktur des Wirkstoffs zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte, bezeichnete er diesen als "endothelium derived relaxing factor" (EDRF), den "Entspannungsfaktor des Endothels". Neben dem Nobelpreis und dem Albert-Lasker-Preis für Medizin ehren zahlreiche weitere Auszeichnungen sowie nationale und internationale Ehrenmitgliedschaften das Lebenswerk Furchgotts.

Louis J. Ignarro

Pharmakologe
31. Mai 1941 in Brooklyn (New York)

Louis J. Ignarro studierte Pharmazie und Pharmakologie, schloss sein Studium der Pharmazie im Jahr 1962 an der Columbia University ab und wurde 1966 Doktor der Pharmakologie an der University of Minnesota. Von 1979 bis 1985 war er als Professor der Pharmakologie an der Medizinischen Abteilung der Tulane University in New Orleans tätig. Seit 1985 forscht und lehrt Ignarro am Department of Molecular and Medical Pharmacology der UCLA School of Medicine in Los Angeles (California). Auch Ignarro richtete sein Forschungsinteresse auf das rätselhafte Molekül EDRF sowie auf das zyklische Guanosinmonophosphat (cGMP).

Ferid Murad

Arzt, Pharmakologe
* 14. September 1936 in Whiting (Indiana)

Ferid Murad promovierte im Jahre 1965 an der Western Reserve University in Cleveland (Ohio) in den Fächern Pharmakologie und Medizin. 1971 wurde er Direktor der Klinischen Forschungabteilung sowie 1973 Direktor der Pharmakologischen Abteilung an der Universiyty of Virginia in Charlottesville (Virginia). 1981 wechselte er an die Medizinische und Pharmakologische Abteilung der Stanford University (California) und 1988 an die Northwestern University Medical School in Chicago. Zwischenzeitlich war er Medizinischer Leiter des Palo Alto Veterans Administration Medical Center (California), Vizepräsident der Pharmaceutical Research & Development Abbott Laboratories in Illinois und Präsident der Molecular Geriatrics Corporation in Lake Bluff (Illinois). Als einer der Ersten hatte Murad bereits Ende der 1970er Jahre auf die Steuerungsfunktionen von Stickstoffmonoxid für Körperzellen hingewiesen; allerdings gab es damals noch zu wenig Experimente, die seine Idee empirisch unterstützten. Ab 1997 forschte und lehrte Murad am Department of Integrative Biology, Pharmacology and Physiology der University of Texas Medical School in Houston (Texas). Seit 2011 ist er als Professor des Department of Biochemistry and Molecular Biology der George Washington University tätig.



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