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Lise Meitner

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© Getty Images

* 7. November 1878 in Wien
† 27. Oktober 1968 in Cambridge

Lise Meitner wurde am 7. November des Jahres 1878 als Tochter des Rechtsanwalts Philipp Meitner in Wien geboren. Sie wurde protestantisch getauft, obwohl ihre Eltern beide aus jüdischen Familien stammten. Da sie als Mädchen kein Gymnasium besuchen durfte, besuchte sie fünf Jahre lang die Volksschule und anschließend eine sogenannte Bürgerschule. Nach Beendigung der Schule bereitete sie sich zwei Jahre lang extern auf die Ablegung der Matura an einem Knabengymnasium vor. Am 11. Juli 1901 bestand sie das Abitur.

Bis zum Jahr 1906 studierte Lise Meitner in Wien Mathematik, Physik und Philosophie. Als zweite Frau überhaupt promovierte sie im selben Jahr mit einer Thematik aus der Wärmelehre. Im Jahr 1907 wechselte sie nach Berlin zu Otto Hahn, um bei ihm ihre Arbeiten, jetzt aber vor allem auf dem Gebiet der Radioaktivität, fortzusetzen. Sie übernahm später eine unbezahlte Assistentenstelle bei Max Planck am 1912 neugegründeten Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie.

Lise Meitners Forschungsschwerpunkt wurde immer mehr die Strahlenphysik. Im Jahr 1918 entdeckte sie gemeinsam mit Otto Hahn das Element mit der Ordnungszahl 91, das heutige Protactinum (Pa). Im gleichen Jahr wurde sie auch Leiterin der physikalischen Abteilung des Max-Planck-Instituts. Im Jahr 1925 bewies sie, dass Gammastrahlung stets die Folge eines vorangegangenen Alpha- oder Betazerfalls des Atomkerns ist.

Als erste Frau in Deutschland habilitierte sich Lise Meitner im Jahr 1922 im Fach Physik und wurde im Jahr 1926 außerordentliche Professorin für experimentelle Kernphysik in Berlin. Nach der Machtergreifung 1933 wurde der Tochter jüdischer Eltern allerdings die Lehrerlaubnis entzogen. 1938 floh sie nach Schweden, wo sie eine Anstellung im Nobel-Institut in Stockholm fand. Trotz ihrer großen, vor allem auch theoretischen, Verdienste um die Entdeckung der Kernspaltung im Jahr 1938 durch Otto Hahn und Fritz Straßmann in Berlin, erhielt Otto Hahn im Jahr 1944 allein den Nobelpreis für Chemie. Diese höchste wissenschaftliche Auszeichnung blieb ihr leider zeitlebens versagt.

Meitner, Hahn und Straßmann konnten zeigen, dass der Uran 235-Kern beim Beschuss mit Neutronen unter anderem in Barium 144 und Krypton 89 zerfällt. Der Begriff der Kernspaltung sowie dessen theoretische Deutung wurden von ihr, gemeinsam mit ihrem Neffen Otto Robert Frisch, unter anderem mit der Arbeit "nuclear fission" der internationalen Wissenschaft bekannt gemacht.

Bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 1960 besaß Lise Meitner eine Forschungsprofessur in Stockholm. Im Jahr ihrer Emeritierung wanderte sie nach Cambridge/Großbritannien aus, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1968 lebte. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Radioaktivität erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, so unter anderem:

  • Leibniz-Medaille, Berliner Akademie der Wissenschaften, 1924
  • Woman of the Year, Women´s National Press Club, Washington D.C., 1946
  • Max Planck Medaille, Deutsche Gesellschaft für Physik, 1949
  • Otto-Hahn-Preis, 1955
  • Bundesverdienstkreuz, Deutschland, 1959
  • Enrico-Fermi-Preis der amerikanischen Atomenergie-Behörde

1992 wurde ein neu gefundenes Element (109) nach ihr benannt, es erhielt den Namen Meitnerium. Lise Meitner ist neben Röntgen, Curie, Becquerel und einigen anderen auch eine der Wegbereiterinnen für die Anwendung radioaktiver Substanzen in der Medizin.


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