Otto Loewi

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© iStock

* 3. Juni 1873 in Frankfurt am Main
† 25. Dezember 1961 in New York

Otto Loewi wurde am 3. Juni 1873 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Frankfurt am Main geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in seiner Geburtsstadt. Im Jahre 1891 schloss er seine Schulzeit mit dem Abitur ab. Daraufhin studierte er in Straßburg und München Medizin. Zudem interessierte er sich auch sehr für Philosophie. Schon früh entstand sein Interesse für Pharmakologie, in welchem er von Oswald Schmiedeberg unterstützt wurde.

Otto Loewi schloss sein Studium im Jahre 1896 mit der Promotion zum Dr. med. erfolgreich ab. Anschließend verbrachte er unter anderem einige Monate im biochemischen Institut von Franz Hoffmeister in Straßburg. Von 1897 bis 1898 war er Assistent in einem Frankfurter Krankenhaus unter der Leitung von Carl von Noorden. Schon bald aber war Loewi klar, dass er sich der Forschung widmen wollte. Seine besonderen Interessen lagen auf dem Gebiet der Grundlagenmedizin – und hier besonders auf dem Gebiet der Pharmakologie. Bei dem Marburger Pharmakologen Hans Horst Meyer (1853-1939) konnte er dieser Leidenschaft ab 1898 mit großer Unterstützung nachgehen. Meyer war seit 1884 ordentlicher Professor (Ordinarius) für Pharmakologie in Marburg. 1904 übernahm Otto Loewi Meyers Professorenstelle, welcher einen Ruf nach Wien erhalten hatte.

Bereits im Jahr 1905 folgte Loewi Meyer als Assistent nach Wien. Dort lernte er 1907 Guida Goldschmiedt, die Tochter des bedeutenden Chemikers Guido Goldschmiedt (1850-1915), kennen. Die beiden heiraten ein Jahr später. Aus der Ehe gingen drei Söhne und eine Tochter hervor. Im Jahr 1909 wurde Loewi als Lehrstuhlinhaber (Ordinarius) an die Karl-Franzens Universität in Graz berufen.

Otto Loewis herausragendste wissenschaftliche Leistung bestand in der Erforschung der Pharmakologie am Herzen. Bei seinen Experimenten entdeckte er eine von ihm anfangs als Vagusstoff bezeichnete Überträgersubstanz. Diese Substanz wurde von Sir Henry Dale (1875-1968) kurz darauf als Acetylcholin identifiziert. Für ihre bahnbrechenden Arbeiten bei der Entdeckung der chemischen Übertragung von Nervenimpulsen auf entsprechende Organe mittels Transmittersubstanzen erhielten beide im Jahr 1936 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich am 1938 emigrierte Loewi. 1938 wurde er Professor in Brüssel, das er aber vor Kriegsausbruch verließ.

Den Kriegsbeginn erlebte Loewi in London. Von dort ging er im Jahr 1940 als "Research Professor of Pharmacology" an die New York University in den USA, wo er 1946 die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm.

Loewi erhielt zahlreiche Preise, so zum Beispiel den "Cameron Prize" der Universität Edinburgh oder den "Lieben Prize of The Academy of Vienna". Er starb im Alter von 88 Jahren in New York.



Apotheken-Notdienst