Ernst von Leyden

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

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* 20. April 1832 in Danzig

† 05. Oktober 1910 in Berlin

Ernst von Leyden studierte 1850 bis 1853 als Zögling der Pépinière (die militärärztliche Erziehungsanstalt des preußischen Staats) in Berlin Medizin und war anschließend bis 1865 in der 1. Medizinischen Universitätsklinik an der Charité als Militärarzt tätig. 1862 wurde er Assistent von Ludwig Traube – des Begründers der Experimentellen Therapie – an der Propädeutischen Klinik der Charité, wo er sich 1863 für Innere Medizin habilitierte. 1864/1865 war von Leyden Privatdozent, folgte 1865 einem Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Königsberg, ging 1872 nach Straßburg und kehrte 1876 an die Charité zurück, wo er Nachfolger Traubes wurde und bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1907 Ordinarius und Direktor der 1. Medizinischen Universitätsklinik war.

Ernst von Leyden war Direktor "der Ersten Medizinischen Klinik der Welt", wie er einmal formulierte. In seinen Vorlesungen versuchte er die jungen Ärzte in der Patientenbeobachtung und Diagnosestellung zu schulen, wobei das Wohlergehen der Patienten an erster Stelle stand. Von Leyden erforschte systematisch die Erkrankungen der Lunge (und erwarb sich große Verdienste um die deutsche Heilstättenbewegung zur Tuberkulosebekämpfung), des Herzens, der Nieren, des Rückenmarks sowie des Nervensystems und richtete die naturwissenschaftliche Medizin gänzlich auf die Therapie aus, wobei er sich für die diätetische Therapie und systematische Anwendung physikalischer Heilverfahren einsetzte. Die breite Streuung von Leydens wissenschaftlicher Interessen bezeugen zudem eine Reihe von Krankheiten, die seinen Namen tragen: "Leyden-Syndrom", "Leyden-Zeichen", "Leyden-Moebius-Muskelatropie", "Charcot-Leyden-Kristalle". 1886 eröffnete Ernst von Leyden im vornehmen Berliner Bezirk Tiergarten eine Privatheilanstalt, die er bis an sein Lebensende leitete.

Ein wichtiges Anliegen von Leydens galt den mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert immer dringlicher werdenden Problem der Geschwulstkrankheiten. So regte er das "Komitee zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheiten" an, dessen Gründung im Jahr 1900 in Berlin erfolgte. Zur Förderung der Arbeiten der Krebsforschung hatte Ernst von Leyden 1901 das Universitätsinstitut für Krebsforschung nahe der Charité eingerichtet und 1904 eine dritte Röntgenabteilung in der Charité aufstellen lassen. Dieses Krebsforschungsinstitut mit seinen ständig vergrößerten wissenschaftlichen Abteilungen bildete den Ausgangspunkt der international führenden Universitätsklinik für Geschwulstkranke an der Charité. Ernst von Leyden gilt auch als Initiator der ersten Krebsstatistik in Deutschland. Er war ferner Mitherausgeber der Zeitschrift für Krebsforschung und Gründer der "Internationalen Vereinigung für Krebsforschung" im Jahr 1908.



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