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Robert Koch

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

* 11. Dezember 1843 in Clausthal (Harz)

† 27. Mai 1910 in Baden-Baden

Robert Koch entwickelte naturwissenschaftliche Standardmethoden, mit denen er als Erster bewies, dass die Ursache der so verheerend wirkenden ansteckenden Krankheiten wie Cholera, Milzbrand, Tuberkulose, Malaria, Schlafkrankheit und Pest, denen die Ärzte völlig machtlos gegenüberstanden, spezielle Bakterien sind.

Robert Koch, eines von 13 Kindern einer Bergmannsfamilie, begann 1862 in Göttingen das Studium der Naturwissenschaften mit dem Ziel, Lehrer zu werden, doch wechselte er schon bald zur Medizin. Nach dem Staatsexamen im Jahr 1866 folgten Anstellungen in Hamburg, Langenhagen, Niemegk und Rackwitz; im Deutsch-Französischen Krieg diente Robert Koch als Freiwilligenarzt. 1872 absolvierte er das Physikum und erhielt eine Stelle in Wollstein (Posen), wo er als Kreisphysikus, Arzt und Geburtshelfer in einer großen Praxis arbeitete. Hier begann Koch, täglich aufs Neue die Machtlosigkeit der ärztlichen Kunst gegen ansteckende Krankheiten vor Augen, sich mit ihren Ursachen zu beschäftigen.

Zufällig erstes Studienobjekt wurde der Milzbrand, dessen Erreger (Bacillus anthracis) Robert Koch 1876 nach mühsamen Experimenten fand. Dazu hatte er ein System der isolierten Züchtung von Bakterien auf Nährboden (Plattenkultur) entwickelt, die seitdem Bestandteil jeder bakteriologischen Forschung ist. Die Entdeckung des Milzbranderregers wurde begeistert aufgenommen und erhob Robert Koch von dem bis dahin unbekannten Landarzt zu einem medizinischen Forscher von Rang. Noch in Wollstein wandte er sich der Erforschung der Wundinfektionskrankheiten zu und wurde 1880 an das neu gegründete Kaiserliche Gesundheitsamt nach Berlin berufen, wo er die Leitung der Bakteriologischen Abteilung übernahm und die Untersuchungen ansteckender Krankheiten unter optimaleren Bedingungen fortführen konnte.

Weltruhm erlangte Robert Koch mit der Entdeckung des Tuberkelbazillus im Jahr 1882. Als er 1890 auf dem X. Internationalen Medizinischen Kongress in Berlin das Tuberkulin, einen aus Tuberkel-Bakterien gewonnenen Impfstoff, vorstellte, strömten Tausende Kranke hierher, und die Berliner Stadtverordneten ernannten Robert Koch zum 42. Ehrenbürger. Für seine Entdeckungen über Tuberkulose erhielt Koch 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.

Robert Kochs Ernennung zum Direkter des Universitäts-Instituts für Hygiene in Berlin im Jahr 1885 ermöglichte es ihm, sich ganz seiner wissenschaftlichen Arbeit zu widmen. Rasch wurde sein Institut – die "Kochsche Schule" – das Ziel aller an der Bakteriologie interessierten Ärzte. 1891 übernahm Koch auch die Direktion des Berliner Instituts für Infektionskrankheiten. Zwischen 1896 und 1907 unternahm er mit seinen Mitarbeitern ausgedehnte Vortrags- und Forschungsreisen in die USA, nach Japan, Indien und vor allem in afrikanische Länder; aus letzteren resultieren tropenhygienische und parasitologische Forschungsergebnisse wie die Kenntnis der Erreger der Pest, Rinderpest, Malaria und Schlafkrankheit – schon 1883 hatte Robert Koch als Ergebnis einer Forschungsreise nach Ägypten und Indien den Choleraerreger gefunden.


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