Moritz Kaposi

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

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* 23. Oktober 1837 in Kaposvár (Ungarn)

† 6. März 1902 in Wien

Moritz Kaposi gelangte durch das nach ihm benannte Kaposi-Sarkom zu trauriger Bekanntheit. Dieser von ihm im Jahre 1872 erstmalig beschriebene bösartige Tumor der Haut tritt generell selten auf, wurde jedoch in den letzten Jahrzehnten relativ häufig im Zusammenhang mit HIV beobachtet. Kaposi selber bezeichnete den Hauttumor als "idiopathisches multiples Pigmentsarkom". Diese Bezeichnung setzte sich jedoch nicht durch und erst im Jahr 1912 bekam es, Kaposi zu Ehren, seinen heutigen Namen.

Moritz Kaposi wurde am 23. Oktober 1837 in Kaposvor (Ungarn) unter dem Namen Moritz Kohn geboren. Nach seinem Übertritt zum katholischen Glauben nannte er sich in Anlehnung an seinen ungarischen Heimatort Moritz Kaposi. Nach Beendigung seiner Schulzeit mit dem Abitur (Matura) begann Kaposi 1855 in Wien das Studium der Medizin, welches er 1859 mit der Promotion zum Dr. med. abschloss.

Seine Habilitation zum Thema Dermatologie und Syphilis im Alter von 28 Jahren stellte im Jahre 1866 einen Höhepunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit dar. 1875 wurde Moritz Kaposi mit 38 Jahren zum Professor an der Universität von Wien ernannt. Nach dem Tod seines Chefs und Schwiegervaters Ferdinand Ritter von Hebra 1880 wurde Kaposi Anfang 1881 Direktor der Abteilung für Hauterkrankungen und Mitglied des Vorstands des Allgemeinen Krankenhauses Wien.

Nachdem Moritz Kaposi zuvor gemeinsam mit Hebra bereits das Lehrbuch der Hautkrankheiten verfasst hatte, erschien 1880 die erste Auflage des schnell zu den damaligen Standardwerken zählenden 800 Seiten umfassenden Buchs Pathologie und Therapie der Hautkrankheiten in Vorlesungen für praktische Ärzte und Studierende. Insgesamt umfasst Kaposis Lebenswerk über 150 Veröffentlichungen.

Moritz Kaposi verstarb am 6. März 1902 in Wien. Noch heute gilt Kaposi neben Hebra als einer der großen Pioniere der Dermatologie.



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