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Eric Kandel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© Getty Images

* 07. November 1929 in Wien

Arvid Carlsson

Mediziner, Pharmakologe

* 25. Januar 1923 in Uppsala (Schweden)

Paul Greengard

Psychiater, Pharmakologe, Biochemiker

* 11. Dezember 1925 in New York

Biographie

Arvid Carlsson, Paul Greengard und Eric Kandel haben eines gemeinsam: Sie haben grundlegende Arbeiten auf dem Gebiet der Gehirnforschung – insbesondere zur Signalübertragung im Gehirn – geleistet und haben dafür gemeinsam im Jahre 2000 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin (so der offizielle Name des Preises) erhalten. Ihre Forschungen haben unter anderem dazu beigetragen, Erkenntnisse über die Parkinson-Krankheit, Schizophrenie und andere Erkrankungen zu erhalten und entsprechende Medikamente zu entwickeln.

Der Schwede Arvid Carlsson von der Universität Göteborg gilt als Pionier im Kampf gegen die Parkinson-Krankheit. Er entdeckte in den 1950er Jahren die Bedeutung des Signalstoffes Dopamin im Gehirn und seine Rolle für die Muskelbewegungen.

Carlsson promovierte 1951 zum Doktor der Medizin an der Universität Lund. 1959 wurde er als Professor für Pharmakologie an die Universität Göteborg berufen. Er hat neben dem Nobelpreis eine Reihe weiterer wissenschaftlicher Auszeichnungen erhalten. So bekam er 1979 den israelischen Wolf-Preis für Medizin und 1994 den so genannten Japanischen Nobelpreis. 1989 emeritierte Carlsson.

Der US-Amerikaner Paul Greengard von der Rockefeller University in New York entdeckte in den 1960er Jahren, wie Dopamin und eine Reihe anderer Signalsubstanzen auf das Nervensystem einwirken. Greengard arbeitete an besseren Behandlungsmöglichkeiten für Schizophrenie, Alzheimer und der Parkinson-Krankheit. Bereits 1948 begann er mit seinen Untersuchungen in den Laboratorien der John Hopkins University in Baltimore, wo er 1953 promovierte.

1968 wurde Greengard Professor für Pharmakologie und Psychiatrie an der Yale University in New Hagen. Seit 1983 ist er Professor an der New Yorker Rockefeller University. Unter den vielen Auszeichnungen, die Greengard erhielt, befinden sich die Preise der New Yorker Academy of Sciences und der Ellison Medical Foundation.

Der in Österreich geborene US-Bürger Eric Kandel von der Columbia University in New York forschte an wichtigen Funktionen des Lern- und Erinnerungsvermögens und nutzte dazu zunächst die Meeresschnecke Aplysia. Kandels Arbeit führte zur Erkenntnis, dass das Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis mit den Synapsen (Endungen der Nervenzellen) zusammenhängt. Seine Forschungen könnten vor allem für Menschen mit Gedächtnisverlust von Bedeutung sein.

Kandel, dessen jüdische Familie 1939 in die USA emigrierte, studierte zunächst in Harvard Geschichte und Literatur, bevor er zur Medizin kam und 1956 an der New York University in diesem Fach promovierte. Nach wissenschaftlichen Stationen in Boston und Paris kehrte er 1965 nach New York zurück und wurde 1974 am Howard Hughes Medical Institute der Columbia University Direktor des Zentrums für Neurobiologie und Verhalten; Zu den zahlreichen Auszeichnungen Kandels zählen der New Yorker Academy of Medicine Award und die National Medal of Science.

Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung gehören Erkrankungen des Nervensystems zu den Leiden, die immer mehr Menschen treffen. Mit der Vergabe des Medizin-Nobelpreises 2000 an die drei Wissenschaftler wurden ihre Arbeiten für das Verständnis von Hirnfunktionen und deren Erkrankungen, wie zum Beispiel Alzheimer, das Nachlassen des Gedächtnisses oder auch Depressionen und die damit mögliche Entwicklung von Arzneimitteln ausgezeichnet.


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