Carl Gustav Jung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

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* 26. Juli 1875 in Kesswil/ Schweiz
† 06. Juni 1961 in Küsnacht

Carl Gustav Jung gilt als Gründer der analytischen Psychologie, einer ganzheitlichen Sichtweise, und wird daher auch als einer der Väter des Holismus angesehen.

Neben Sigmund Freud (1856-1939) und Alfred Adler (1870-1937) ist Carl Gustav Jung einer der Begründer der Tiefenpsychologie. Er sah in der Beziehung des Menschen zu seiner gesamten Umwelt weniger das Prinzip von Ursache und Wirkung erfüllt, sondern glaubte vielmehr an den Synchronismus von Ereignissen. Unter dem Synchronismus versteht man das nicht zufällige Zusammentreffen von Ereignissen.

Carl Gustav Jung wurde am 26. Juli 1875 in der Ortschaft Kesswil im Schweizer Kanton Thurgau geboren. Seine Kindheit verbrachte Jung in Basel und ging dort von 1886 bis 1895 aufs Gymnasium. Nach dem Abitur (Matura) begann er ebenfalls in Basel ein Medizinstudium, das er 1900 mit dem Staatsexamen abschloss.

Anschließend spezialisierte sich Jung auf das Fach Psychiatrie und erhielt im Dezember des selben Jahrs eine Assistentenstelle bei Eugen Bleuler an der Psychiatrischen Klinik "Burghölzli" in Zürich. 1902 promovierte Carl Gustav Jung mit dem Thema Zur Psychologie und Pathologie sogenannter okkulter Phänomene zum Dr. med.

Anfang 1903 heiratete Carl Gustav Jung Emma Rauschenbach, mit der er insgesamt fünf gemeinsame Kinder hatte. Von 1903 bis 1905 war Jung Volontärarzt und von 1905 bis 1909 Oberarzt am "Burghölzli". In den Jahren 1905 bis 1913 war er außerdem als Privatdozent an der Universität Zürich tätig. Ab 1906 bekannte sich Carl Gustav Jung öffentlich zu der Psychoanalyse Sigmund Freuds, den er 1907 persönlich kennen lernte. Wegen persönlicher Auseinandersetzungen mit seinem Chef Bleuler verließ Jung 1909 die Klinik und gründete darauf eine Privatpraxis in Küsnacht bei Zürich.

Im März 1910 wurde Carl Gustav Jung in Nürnberg die Ehre der Wahl zum ersten Präsidenten der neugegründeten "Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung" erteilt. Er blieb für vier Jahre in diesem Amt. Der Bruch mit Freud erfolgte aufgrund erheblicher fachlicher Differenzen im Jahr 1913.

Eine schwere Erkrankung zwang Carl Gustav Jung in den Jahren 1913 bis 1917 von beruflichen Aktivitäten Abstand zu nehmen. Er nannte diese Zeit später eine "kreative Erkrankung", die seiner Meinung nach zu einer freiwilligen Konfrontation mit seinem Unterbewusstsein führte.

1920 reiste Jung zu Studien fremder Kulturen nach Afrika und 1924/25 zu den Pueblo-Indianern in Nordamerika. Der Tod seiner Mutter im Jahr 1923 führte Jung immer mehr dazu, an seiner eigenen mythologischen Sicht der Welt zu arbeiten. Auch alchemistische Studien betrieb er in dieser Zeit. Ab 1933 bis 1941 lehrte er an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich das Fach Psychologie. Im Jahre 1944 übernahm Carl Gustav Jung eine Professur an der Universität Basel. Er starb am 06. Juni 1961 in seinem Haus in Küsnacht bei Zürich.



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