Ernst Ludwig Heim

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

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* 22. Juni 1747 in Solz (Sachsen-Meiningen)

† 15. September 1834 in Berlin

Kaum ein Arzt ist unter den Berlinern so populär gewesen wie Ernst Ludwig Heim. Unvergessen ist der Spruch "Gesund allein macht Doktor Heim". Heim behandelte gleichermaßen Reich und Arm – Bettler in der Regel kostenlos. Noch im hohen Alter von 82 Jahren ritt Heim zu mehr als 2.000 armen Patienten.

Ernst Ludwig Heim wurde als Sohn des Dorfpfarrers in Solz geboren und von ihm unterrichtet. In seiner Kindheit musste Heim mehrere schwere Krankheiten durchmachen, sodass er erst 1766 mit 19 Jahren – zwei Jahre später als zu seiner Zeit üblich – das Studium beginnen konnte. Er studierte an der Universität Halle/Saale Medizin und promovierte hier im 1772 zum Doktor der Medizin. Danach begab er sich mit auf Studienreisen nach Holland, Frankreich und England und arbeitete anschließend kurze Zeit an der Berliner Charité. 1775 ließ sich Ernst Ludwig Heim in Spandau am Reformationsplatz nieder, wo er die Stelle als Stadtphysikus (vergleichbar mit dem heutigen Amtsarzt) antrat.

Seine Kurerfolge ließen Ernst Ludwig Hein 1776 zum Kreisphysikus in Spandau und dem Ost-Havelland aufsteigen. 1778 wurde er in Berlin zum Hofrat und Leibarzt im Hause Hohenzollern in Berlin ernannt und verlegte 1783 seinen Wohnsitz und seine Praxis nach Berlin an den Gendarmenmarkt. Hier wurde Ernst Ludwig Hein populärer Volks- und Leibarzt preußischer Fürsten.

Ernst Ludwig Heim gilt als Mitbegründer des modernen Gesundheitswesens in Berlin. Er führte arsenhaltige Medizin als Antipyreticum in die Berliner Apotheken ein und befürwortete als einer der Ersten die von dem englischen Arzt und Chirurg Edward Jenner (1749-1823) 1796 entwickelte Kuhpockenimpfung. Diese führte Ernst Ludwig Hein 1799 in Berlin ein und impfte damit erstmals selbst am 1. Februar 1800.

Ernst Ludwig Heim war kein Vertreter der sich in dieser Zeit entwickelnden naturwissenschaftlich orientierten Medizin. Seine Arbeiten und Schriften wiesen ihn vielmehr als Anhänger traditioneller medizinischer Lehren aus. In einer Übergangszeit medizinischer Theorien vermied er aber weitgehend Spekulationen und orientierte sich an der Beobachtung der Kranken.

In Berlin führte Ernst Ludwig Heim erste Obduktionen durch und versuchte damit hinter das Geheimnis von Krankheiten zu kommen, wobei er selbst Freunde, seinen früh verstorbenen Sohn und schließlich auch 1810 Königin Luise von Preußen (1776-1810) – alle ohne Befund – sezierte.

Zu seinem 50-jährigen Doktorjubiläum am 15. April 1822 verliehen die Kommunalbehörden der Stadt Berlin Ernst Ludwig Heim das Ehrenbürgerrecht.



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