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Christian Friedrich Samuel Hahnemann

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© Getty Images

* 10. April 1755 in Meißen

† 02. Juli 1843 in Paris

Christian Friedrich Samuel Hahnemann starb im 88. Lebensjahr. Ein hohes Alter, das sicherlich als ein Beweis der Wirksamkeit seines medikamentösen Therapieprinzips ist, denn Hahnemann ist der Begründer der Homöopathie, jener Lehre, nach der jede Krankheit mit demselben Mittel in kleinen Mengen zu heilen sei, welches in größeren Mengen ein der Krankheit ähnliches Bild erzeugt.

Hahnemann studierte Medizin in Leipzig, war in verschiedenen Stellungen als Arzt und Stadtphysikus tätig, widmete sich in Dresden für einige Jahre der Chirurgie, kehrte dann aber wieder zur Allgemeinmedizin zurück. 1805 ließ er sich nach langen Wanderjahren in Thurgau (Schweiz) nieder und ging 1811 nach Leipzig, wo er sich habilitierte. 1821 verlegte Hahnemann seine Praxis nach Köthen (in der Nähe von Dessau). 1835 ging er nach Paris, wo er bis an sein Lebensende blieb.

Der Beweggrund, der Hahnemann zur Homöopathie führte, waren Selbstversuche mit der Chinarinde, mit denen er 1796 begann. Die Rinde der Chinarinden-Bäume, deren Alkaloid das Chinin ist, begann man damals gegen verschiedene fieberhafte Erkrankungen zu nutzen. Jedesmal, wenn Hahnemann deren Extrakt einnahm, beobachtete er bei sich erhöhte Temperaturen. Er kam zu der Überzeugung, dass die Arzneimittel dadurch heilen, dass sie eine den ursprünglichen Krankheitserscheinungen ähnliche "Arzneikrankheit" hervorrufen: "Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt (Similia similibus curantur)." Diese Ähnlichkeitsregel (Ähnlichkeitsprinzip) ist der Grundsatz der Homöopathie – eine Bezeichnung, die Hahnemann ab 1807 verwendete. Die der Homöopathie entgegengesetzte Heilmethode (die übliche schulmedizinische Behandlung mit Arzneimitteln, die der Krankheit entgegenwirken) nannte Hahnemann Allopathie. Hahnemann fand, dass die Homöopathie ihre beste Wirkung erreicht, wenn die verabreichten Arzneistoffe extrem niedrig dosiert beziehungsweise hochgradig verdünnt werden. 1810 fasste er die Grundsätze seiner Therapieform im "Organon der rationellen Heilkunde" zusammen, in das er auch naturphilosophische Gedanken des einflussreichen Philosophen Friedrich W. J. von Schelling (1775-1854) einbezog.

Die Verdünnungsstufe des Ausgangsstoffs wird heute als Potenzierung in Dezimalexponenten charakterisiert: D1 = 1:10, D2 = 1:100, D3 = 1:1000 und so weiter. Das Ähnlichkeitsprinzip wird in der klassischen Homöopathie (Hahnemannismus) durch ein komplexes System von Zuschreibungen sowohl im Hinblick auf die Patienteneigenschaften als auch auf die eingesetzten homöopathischen Arzneimittel individuell unterstützt. Die naturwissenschaftlich-kritische Richtung (Homöotherapie) lehnt die Hochpotenzen ab, wendet nur niedrige und mittlere Dezimalpotenzen an und bewahrt den Primat der wissenschaftlich ausgerichteten Therapie. Die homöopathischen Heilmittel werden in Deutschland (soweit akzeptiert) nach den Vorschriften des Deutschen Homöopathischen Arzneibuchs (HAB) durch stufenweises Potenzieren (D1, D2, D3, ...) aus Urtinkturen (Pflanzen, tierische Stoffe; Symbol: () oder Mineralien und Chemikalien (Symbol: O) sowie aus indifferenten Verdünnungsmitteln wie Weingeist, destilliertem Wasser, Glyzerin oder Milchzucker bereitet; daneben gibt es auch fabrikmäßig hergestellte Fertigpräparate.

Samuel Hahnemann, 1755-1843

  • 1755: Samuel Hahnemann wird am 10. April in Meißen geboren
  • 1775-1779: Medizinstudium in Leipzig
  • 1779: Promotion in Erlangen
  • 1785-1789: Übersetzungen und Verfassung eigener Schriften in Dresden
  • 1793-1810: Veröffentlichung verschiedener Werke zu den Themen Chemie, Pharmazie und Homöopathie
  • 1812: Habilitation in Leipzig
  • 1812-1821: Veröffentlichung weiterer Werke zum Thema Homöopathie
  • 1821: Leibarzt des Herzogs Ferdinand von Anhalt-Köthen
  • 1821-1835: Formulierung weiterer homöopathier Schriften und praktische Anwendung in Köthen
  • 1835-1843: Praktizierender Arzt in Paris
  • 1843: Samuel Hahnemann verstirbt am 02. Juli in Paris

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