Anzeige

Anzeige

Viktor E. Frankl

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© iStock

* 26. März 1905 in Wien
† 2. September 1997 in Wien

Viktor E. Frankl ist der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse. Das Ziel der auf diesem Menschenbild beruhenden psychotherapeutischen Ansätze ist die Hilfe für den Patienten beim Erkennen und Finden von Sinnmöglichkeiten in bestimmten konkreten Lebenssituationen. Diese Psychotherapieform ist eine mittlerweile weltweit anerkannte und durch Erfahrungen bestätigte Richtung der Psychotherapie.

Viktor E. Frankl wurde im Jahre 1905 in Wien als zweites von drei Kindern geboren. Die Mutter kam aus Prag, der Vater aus Südmähren. Schon während seiner Zeit auf dem Gymnasium, welcher er 1923 mit dem Abitur (Matura) abschließt, beschäftigte er sich mit der Psychoanalyse.

Als Medizinstudent im Jahre 1924 publizierte er einen Aufsatz mit dem Titel: "Zur mimischen Bejahung und Verneinung" in der "Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse". Obwohl er persönliche Kontakte zu Siegmund Freud pflegte, geriet er zunehmend in den Einfluss von Alfred Adler und seiner Lehre.

Im Jahre 1926 verwendete er zum ersten Mal den Begriff Logotherapie. Nachdem er im Laufe der Zeit dann immer stärker unter den Einfluss von Rudolf Allers und Oswald Schwarz, den Begründer der psychosomatischen Medizin, geriet, verschlechterte sich sein Verhältnis zu Adler so stark, dass zu seinem Ausschluss aus dem Adler-Verein im Jahre 1927 kam.

Im Jahre 1930 organisierte Frankl zur Zeit der Zeugnisausgabe zur Hilfe von Schülern eine Sonderaktion. Auch im Ausland wurde man auf ihn aufmerksam, so dass er sogar eine Einladung von Wilhelm Reich nach Berlin erhielt. Von 1931-1932 praktizierte er, auch um seine neurologischen Fähigkeiten zu erweitern, im "Maria Theresien Schlössl" in Wien.

In den Jahren 1933-1937 leitete er im psychiatrischen Krankenhaus in Wien den sogenannten "Selbstmörderpavillion", wo er jährlich bis zu 3000 selbstmordgefährdete Frauen betreute.

Im Jahre 1937 eröffnete Frankl eine Praxis für Neurologie und Psychiatrie. Ab 1940 erhielt er unter den Nationalsozialisten die Leitung der Neurologischen Station am Rothschild Spital. Dort wurden nur jüdische Patienten behandelt. Unter eigener Lebensgefahr umging er dort die auch angeordnete Vernichtung von Geisteskranken, u.a. durch gefälschte Gutachten.

Im Jahre 1942 heiratete er Tilly Grosser, im selben Jahr wurden er, seine Frau sowie seine Eltern in das Ghetto in Theresienstadt, nördlich von Prag, verbracht. Dort verstarb der Vater im Jahre 1943. Im Jahre 1944 wurden Frankl, seine Frau und auch seine Mutter nach Auschwitz deportiert. Die Mutter wurde dort kurz darauf ermordet während seine Frau nach Bergen-Belsen verbracht wurde, wo sie kurz darauf, mit nur 24 Jahren, verstarb. Von Auschwitz wurde Frankl im Jahre 1944 in Nebenlager des Konzentrationslagers Dachau transportiert. Dort wurde er am 27. April von US-Truppen befreit und kehrte bereits im August in das befreite Wien zurück.

1946 wurde er Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik und behielt diese Position bis zum Jahre 1970. Frankl heiratete im Jahre 1947 Eleonore Schwedt. Im nächsten Jahr wurde er Dozent für Neurologie und Psychiatrie an der Wiener Universität. Er gründete einige Jahre später die österreichische Ärztegesellschaft für Psychotherapie und wurde deren 1. Präsident. Im Jahre 1955 erhielt er von der Wiener Universität den Professorentitel. Er erhielt einige Gastprofessuren in den USA, so in Pittburgh, an der Harvard University oder in Dallas.

Zu seinen Ehren wurde in Wien im Jahre 1992 das "Viktor Frankl-Institut" gegründet. Seine letzte Veröffentlichung erschien im Jahre 1997 in Buchform, und zwar unter den Titel "Man's Search for Ultimate Meaning".

Victor Emil Frankl verstarb am 2. September 1997 in Wien an Herzversagen.

Viktor E. Frankl, 1905-1997

  • 1905: Geburt in Wien
  • 1923: Abitur (Matura) in Wien. Das Thema seiner Maturaarbeit: "Zur Psychologie des philosophischen Denkens"
  • 1924-1930: Medizinstudium in Wien
  • 1926: Viktor E. Frankl führt den Begriff Logotherapie ein
  • 1933-1937: Betreuung selbstmordgefährdeter Frauen im Psychiatrischen Krankenhaus in Wien
  • ab 1940: Leitung der Neurologischen Station am Rothschild Spital
  • 1942-1944: Verhaftung und Überbringung in das Ghetto Theresienstadt (nördlich von Prag)
  • 1944-1945: Deportation nach Auschwitz und Dachau
  • 1946-1970: Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik
  • 1948-1949: Dozent für Neurologie und Psychiatrie an der Wiener Universität
  • 1955: Ernennung zum Professor an der Wiener Universität
  • 1997: Viktor E. Frankl verstirbt am 2. September in Wien

Apotheken-Notdienst

Anzeige