Albert Fraenkel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

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* 3. Juni 1864 in Mußbach/Pfalz
† 22. Dezember 1938 in Heidelberg

Albert Fraenkel wurde am 3. Juni 1864 als Sohn des jüdischen Weinhändlers Jakob Fraenkel und seiner Frau Emilie in Mußbach in der Nähe von Neustadt an der Weinstraße geboren.

Nach Beendigung seiner Schulzeit in Landau/Pfalz, wo er 1883 das Abitur ablegte, begann Albert Fraenkel im selben Jahr mit dem Medizinstudium in München und Straßburg. Dort schloss er 1888 das Studium mit dem Staatsexamen ab. Seine erste Anstellung nach dem Staatsexamen als Assistenzarzt trat Fraenkel in der Münchener Frauenklinik an. Während seiner dortigen Tätigkeit erkrankte er an der damals weit verbreiteten Lungentuberkulose. Aufgrund seiner eigenen Erkrankung begann sich Albert Fraenkel intensiv mit dieser Erkrankung zu befassen.

1890 lies sich Albert Fraenkel in Badenweiler als Landarzt nieder. Dort gründete und leitete er zwei Sanatorien, eines für die Diätbehandlung von internistischen Erkrankungen sowie eines für die Behandlung von Lungenkrankheiten. 1896 konvertierte Fraenkel zum evangelischen Glauben und heiratete noch im selben Jahr Erna Thorade aus Oldenburg, mit der er zwei Töchter hatte.

1893, begann Fraenkel nebenbei am Pharmakologischen Institut der Universität Heidelberg die Wirkung einer Reihe von Medikamenten wissenschaftlich zu erforschen. Sein besonderes Interesse galt dabei den Digitalis-Glykosiden in der Therapie von Herzerkrankungen. Dabei gelang ihm an der Universitätsklinik in Straßburg die Entdeckung der therapeutischen Wirksamkeit der intravenösen Strophanthintherapie. Bis in die 1970er Jahre war Strophanthin das Standardmedikament zur Behandlung einer Herzinsuffizienz. Diese Entdeckung führte dazu, dass Albert Fraenkel 1914 vom Badischen Großherzog Friedrich II (1857-1928) geehrt und zum Professor ernannt wurde.

Während des 1. Weltkriegs war Fraenkel Chefarzt im Krankenhaus Rohrbach in Heidelberg, der heutigen Thoraxklinik Heidelberg. Am 13. September 1920 wurde Fraenkel zum Ehrenbürger von Badenweiler ernannt. 1928 erhielt er als Honorarprofessor einen Lehrauftrag an der Medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg für das Fach Tuberkulose.

Da Albert Fraenkel Jude war, wenn auch christlich getauft, wurde er am 1. April 1933 aller Ämter enthoben. Er verblieb jedoch trotz der beginnenden Judenverfolgung in Deutschland. Fraenkel verstarb am 22. Dezember 1938.

Albert Fraenkel, 1864-1938

  • 1846: Geburt in Mußbach (Rheinland-Pfalz)
  • 1883: Abitur am Gymnasium zu Landau
  • 1883-1888: Medizinstudium in München
  • 1889: Tuberkuloseerkrankung
  • 1890-1914: Landarzt in Badenweiler (Schwarzwald)
  • ab 1893: Forschungsarbeiten zur Therapie von Herzkrankheiten
  • 1914: Ernennung zum Professor
  • 1914-1918: Chefarzt im Krankenhaus Rohrbach in Heidelberg (Thoraxklinik Heidelberg)
  • 1920-1927: Beratender Arzt am Tuberkulosekrankenhaus Rohrbach
  • 1928: Honorarprofessor an der Universität Heidelberg
  • 1938: Albert Fraenkel verstirbt am 22. Dezember in Heidelberg

Albert Fraenkel aus Heidelberg ist nicht mit dem gleichnamigen Albert Fraenkel aus Berlin zu verwechseln.



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