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Sir John Carew Eccles

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

* 27. Januar 1903 in Melbourne (Australien)
† 2. Mai 1997 in Locarno (Schweiz)

Der australische Wissenschaftler Sir John Carew Eccles erforschte, wie Nervenzellen Reize weiterleiten und trug damit entscheidend dazu bei, die Vorgänge im menschlichen Gehirn aufzuklären.

Eccles besuchte die Universitäten in Melbourne und Oxford. In Oxford untersuchte er gemeinsam mit dem britischen Physiologen Charles Scott Sherrington (1857-1952), wie Signale zwischen Nervenzellen über den so genannten synaptischen Spalt übertragen werden. Von 1937 bis 1966 arbeitete und lehrte Eccles in Australien und Neuseeland. Danach setzte er seine Forschungen am Institute of Biomedical Research at Chicago fort. 1968 wurde Eccles Fakultätsmitglied am College der State University of New York in Buffalo.

Während seiner Arbeiten in Oxford entdeckte Eccles 1951 zusammen mit seinen Kollegen, den britischen Physiologen Alan Lloyd Hodgkin (1914-1997) und Andrew Fielding Huxley (*1917), den elektro-physiologischen Mechanismus der postsynaptischen Hemmung der Reizleitung. Der auf dem Zellfortsatz der motorischen Nervenzelle (Motoneuron) ankommende Impuls verursacht eine Erregung oder Hemmung, da an den Enden der Nervenfasern (Synapsen) entsprechend erregende oder hemmende chemische Substanzen (Transmittersubstanzen) ausgeschüttet werden. Damit war die elektrische Erregungsübertragung zwischen den Nervenzellen an den Synapsen aufgeklärt. Für diese Arbeiten erhielt Eccles zusammen mit Hodgkin und Huxley im Jahre 1963 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

1928 heiratete Eccles; aus der Ehe gingen neun Kinder hervor. Nach der Scheidung 1968 heiratete Eccles eine Neurophysiologin.

Sir John Carew Eccles ist nicht nur durch seine Erkenntnisse über chemische Details der Signalübertragung von Nerven bekannt, sondern auch durch seine skeptische Einstellung gegenüber der heutigen materialistischen Weltsicht in der Wissenschaft. Besonders bekannt wurde seine 1977 erschienene Schrift "Das Ich und sein Gehirn", die Eccles gemeinsam mit dem britischen Philosophen Sir Karl Raimund Popper (1902-1994) verfasste.


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