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Marie Curie & Pierre Curie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© iStock

Marie Curie:
* 7. November 1867 in Warschau (als Maria Sklodowska)
† 4. Juli 1934 in Valence (Schweiz)

Pierre Curie:
* 15.Mai 1859 in Paris
† 19. April 1906 in Paris

"Madame Curie" hat die Geschichte der Physik und Chemie, aber auch der angewandten Naturwissenschaften und die Medizin beeinflusst wie wohl keine andere Frau vor ihr. Marie Curie war vielen Menschen allgegenwärtig durch die Einheit der Radioaktivität, die lange Jahre ihren Namen trug (Curie-Einheit), und durch die "Curie-Therapie", wenngleich diese Art der Strahlentherapie mit Radium heute nur noch selten erfolgt.

In ihrer Heimat verdiente sich Maria Sklodowska den Lebensunterhalt zunächst als Erzieherin in polnischen Familien. Da Frauen der Zugang zu polnischen Hochschulen versagt war, folgte sie im Jahr 1891 ihrer älteren Schwester Zofia nach Frankreich, um an der Pariser Universität, der Sorbonne, Physik und Mathematik zu studieren. Hier lernte sie 1894 den französischen Physiker Pierre Curie kennen, den sie 1895 heiratete. Pierre Curie war Professor der Physik an der Sorbonne, wo er sich mit Fragen der Piezoelektrizität, der Kristallographie und des Magnetismus beschäftigte und in seinem Fach hohes Ansehen erwarb. Marie Curie begründete mit ihrem Mann ein wissenschaftliches Werk, das sie beide weltberühmt machte, und ihr die seltene Ehre zuteil werden ließ, zweimal mit dem Nobelpreis ausgezeichnet zu werden.

Fasziniert von der Entdeckung der natürlichen radioaktiven Strahlung bei Uransalz, von der der französische Physiker und Mineraloge Henri-Antoine Becquerel (1852-1908) erstmals am 24. Februar 1896 berichtete, erforschten Marie Curie und ihr Mann die bislang unbekannte radioaktive Strahlung. Ende 1898 konnten sie mit ihrer Arbeit "Über eine neue radioaktive Substanz, die in der Pechblende enthalten ist", grundlegende wissenschaftliche Ergebnisse vorweisen. Die Curies hatten Versuche mit uranhaltigen Erzen durchgeführt und nach mühevollen Versuchen und vielen Misserfolgen aus der Pechblende – einem Mineral, das später zur Uran- und Radiumgewinnung benutzt wurde – das Polonium und am 26. Dezember 1898 das radioaktive Element Radium entdeckt. Das Polonium benannte Marie Curie nach ihrer Heimat, und auch der Begriff "Radioaktivität" stammt von ihr.

Im Jahr 1903 erhielt Marie Curie zusammen mit ihrem Mann, mit dem sie gemeinsam die entscheidenden Arbeiten über das Radium durchführte hatte, sowie mit Becquerel, dessen Entdeckung der Radioaktivität wegweisend war, den Nobelpreis für Physik. Bei seinen Untersuchungen war das Ehepaar Curie auch auf die medizinische Anwendbarkeit des Radiums aufmerksam geworden und hatte beobachtet, dass damit schwer wiegende biologische Effekte verbunden sein können. Daher wies Pierre Curie in seiner Nobel-Rede auf mögliche Gefahren für die Menschheit hin, die sich aus ihre Entdeckung ergeben könnte.

Im Jahr 1904 erhielt Marie Curie erstmals eine bezahlte Stellung als Assistentin ihres Manns an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Sorbonne. Nach Pierre Curies Tod durch einen Verkehrsunfall wurde Marie Curie seine Nachfolgerin und übernahm dessen sämtliche Funktionen an der Sorbonne. 1911 erhielt sie für die "Verdienste um die Entwicklung der Chemie durch die Entdeckung der Elemente Radium und Polonium" zum zweiten Mal den Nobelpreis – diesmal für Chemie und unter dem Namen Marie Sklodowska-Curie. 1914 wurde auf ihre Initiative hin das französische Radiuminstitut in Paris gegründet, 1920 folgte die Curie-Stiftung zur Einwerbung von privaten Geldern zur Finanzierung der aufwendigen radioaktiven Forschungen, und 1922 wurde Marie Curie in die Académie de Médecine gewählt. Noch mit ihrem Mann und später allein erforschte sie systematisch die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften der radioaktiven Strahlen und begründete damit die Radiochemie, den Einsatz radioaktiver Stoffe in der Forschung, medizinischen Diagnostik und Therapie. Auch Marie Curie ist eines der vielen Opfer fortwährender radioaktiver Strahleneinwirkungen geworden; sie starb durch strahlenbedingte Veränderungen in der Zusammensetzung des Bluts, die eine Ursache für die ihre Leukämie waren, der sie schließlich erlag.


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