Anzeige

Anzeige

Charlotte und Karl Bühler

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© iStock

Karl Bühler:
* 27. Mai 1879 in Meckesheim (bei Sinsheim; Baden)
† 24. Oktober 1963 in Los Angeles

Charlotte Bühler:
* 20. Dezember 1893 in Berlin
† 5. Februar 1974 in Stuttgart

Charlotte und Karl Bühler zählen zu den bedeutendsten Psychologen des 20. Jahrhunderts. Charlotte Bühlers Beiträge zur Kinder- und Jugendpsychologie wurden in diverse Sprachen übersetzt. Ihr Ehemann Karl Bühler hat bedeutende Arbeiten auf den Gebieten der Denk- und Willenspsychologie, der Gestaltpsychologie, der Kinderpsychologie und der Sprachtheorie verfasst, wovon einige zu Standardwerken der Psychologie avancierten.

Charlotte Bühler, geborene Malachowski, wurde 1893 in Berlin geboren. Ab 1913 studierte sie Natur- und Geisteswissenschaft in Berlin, Freiburg und München. Im Jahr 1916 heiratete sie ihren Universitätslehrer, den Sprachpsychologen Karl Bühler. 1918 wurde Charlotte Bühler in München zur Doktorin der Psychologie ernannt. Noch im gleichen Jahr reichte sie in Dresden ihre Habilitationsschrift ein. Als ihr Mann einem Ruf als Professor an das Psychologische Institut der Universität Wien folgte, ging sie mit ihm dorthin und wurde hier 1929 ebenfalls Professorin. Das Institut erlangte internationalen Ruf, was nicht zuletzt Charlotte Bühlers Arbeiten zur Kinder- und Jugendpsychologie zu verdanken ist. In Dresden hatte Charlotte Bühler in ihrem 1922 erschienenen Buch Das Seelenleben des Jugendlichen die bis dahin bestehende Lücke der Jugendpsychologie aus entwicklungspsychologischer Sicht geschlossen. Darin hatte sie Neuland beschritten, als sie anhand von Tagebüchern typische Entwicklungs- und Reifephasen von jungen Mädchen und Jungen feststellte.

Karl Bühler gilt als Vertreter der so genannten Würzburger Schule der Psychologie. Großen Einfluss auf die Entwicklungspsychologie hatte sein 1918 erschienenes Werk Die geistige Entwicklung des Kindes. Seine Schrift Sprachtheorie gilt seit den 1960er Jahren als ein Standardtext der Sprachwissenschaft. Karl Bühler entfaltet darin eine Theorie der Sprachlehre, die empirisch-psychologische mit philosophischen, sprachkundlichen und kommunikationswissenschaftlichen Fragen und Methoden verbindet. Von 1913 bis 1918 war Bühler Professor in München, anschließend war er bis 1922 in Dresden als Professor tätig, bis er einem Ruf nach Wien folgte.

Das Ehepaar Bühler lehrte in Wien, bis es aufgrund Charlotte Bühlers jüdischer Abstammung über Oslo und London in die USA emigrierte. 1938 wurden sowohl Charlotte als auch Karl Bühler an die Fordham University nach New York berufen. In den USA arbeitete Charlotte Bühler weiterhin wissenschaftlich und auch therapeutisch und nahm die Impulse und Strömungen der amerikanischen Psychologie auf. Mit Abraham Harold Maslow (1908-1970), Carl Ransom Rogers (1902-1987) und anderen bedeutenden Persönlichkeiten entwickelte sie daraus die Humanistische Psychologie, die darauf angelegt ist, das individuelle Durchlaufen menschlicher Bedürfnisse zu unterstützen. Aus der fast 50-jährigen Ehe zwischen Charlotte und Karl Bühler gingen zwei Kinder hervor, zu denen Charlotte Bühler kurz vor ihrem Tode nach Deutschland zurückkehrte.


Apotheken-Notdienst

Anzeige