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Gustav Peter Bucky

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

* 3. September 1880 in Leipzig
† 19. Februar 1963 in New York

Gustav Peter Buckys Arbeitsbereich umfasste die medizinische Therapie, Forschung und Technik. Unter seinen 94 deutschen und amerikanischen Patenten ist die Entwicklung der "Bucky-Blende" für die röntgenologische Diagnostik wohl die bedeutendste Leistung. Bucky sagte dazu: "Es war eine einfache Idee, hätte ich sie nicht gehabt, wäre es ein anderer gewesen."

Gustav Peter Bucky wollte eigentlich Ingenieur werden und belegte daher auf der Genfer Universität physikalische Fächer, bevor er 1902 an der Universität Leipzig auf Wunsch seiner Eltern das Medizinstudium aufnahm, das er 1906 mit dem Staatsexamen abschloss. Anschließend war Bucky kurz in Leipzig, Göttingen und Berlin tätig, bevor er 1908 in das Röntgen-Zentralinstitut des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin eintrat, das unter der Leitung von Max Levy-Dorn (1863-1929) hohes Ansehen genoss. 1910 machte sich Gustav Peter Bucky als Spezialarzt für Röntgenologie selbständig und erhielt 1913 die Leitung der Radiologischen Abteilung des Städtischen Kinderkrankenhauses in Berlin-Reinickendorf. Daneben unterstanden ihm in den Kriegsjahren 1914 bis 1918 die Radiologische Abteilung des Feldlazaretts auf dem Tempelhofer Feld, die Radiotherapeutische Abteilung an der III. Universitätsklinik sowie ab 1917 die Röntgenabteilung an der Unterrichtsanstalt für Staatsarzneikunde in Berlin. 1923 siedelte Gustav Peter Bucky in die USA über, wo er 1929 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Bis 1930 arbeitete Bucky hier an verschiedenen angesehenen New Yorker Kliniken und war nebenbei in seinem Privatinstitut wissenschaftlich tätig. Viele seine Arbeitsergebnisse veröffentlichte er auch weiterhin in Deutschland und hielt hier auch Fachvorträge.

Die Anerkennung Gustav Peter Buckys im Ausland bewirkte, dass man ihm die Leitung des Röntgeninstituts am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in der Nachfolge von Levy-Dorn antrug, die er Januar 1930 antrat. Gleichzeitig war er Chefarzt der Radiologischen Abteilung des Franziskus-Hospitals. Unter dem Druck der politischen Verhältnisse legte Bucky jedoch Anfang 1933 seine Ämter nieder und ging in die USA nach New York zurück, wo er als Leiter verschiedener radiologischer Krankenhausabteilungen sowie als klinischer Professor an verschiedenen universitären Einrichtungen tätig war. Daneben praktizierte er in seinem gut ausgerüsteten New Yorker Röntgenlaboratorium in der 76. Straße, wo er auch intensive private Studien an röntgentechnischen Verbesserungen und Entwicklungen physikalisch-technischer Geräte betrieb.

Mit der Entwicklung der "Bucky-Blende" hatte Gustav Peter Bucky schon 1908 in Berlin begonnen. Dies ist ein Streustrahlenraster, das die unerwünschte Sekundärstrahlung beim Röntgen ausfiltert, sodass den Patienten und den Röntgenfilm nur die Nutzstrahlung erreicht. Anlässlich des Berliner Kongresses der Deutschen Röntgengesellschaft im März 1913 hatte Bucky darüber berichtet – jedoch ohne Erfolg. 1915 ließ Bucky seine Erfindung in den USA, wo sie umgehend angenommen wurde, patentieren. Hollis Elmer Potter (1880-1964) konstruierte eine auf Buckys Prinzip beruhende bewegliche Blende, die den Namen "Potter-Bucky-Diaphragma" erhielt.

Neben der Bucky-Blende leistete Gustav Peter Bucky unzählige Beiträge zur Röntgentechnik ("Siederöhre", "Grenzstrahlenröhre", "Bucky-Tisch"), zur Oberflächentherapie, zur Dosimetrie, zum Strahlenschutz, zur Diathermie sowie zur Photographie (automatische Belichtungsmessung).


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