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Josef Breuer

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© iStock

* 15. Januar 1842 in Wien
† 25. Juni 1925 in Wien

Josef Breuer wurde am 15. Januar 1842 als Sohn eines liberalen jüdischen Religionslehrers in Wien geboren. Er verbrachte dort auch seine Kindheit und Jugend und nahm nach dem Abitur (Matura) das Studium der Medizin auf, welches er im Jahre 1864 im Alter von nur 22 Jahren mit der Promotion abschloss.

Als Assistent von Theodor Oppolzer an der Medizinischen Klinik in Wien forschte Josef Breuer an physiologischen Fragen der Temperaturregulation und der Atmung. Nach ihm ist der Hering-Breuer-Reflex benannt, jener Lungendehnungsreflex bei der Atmung, der mit zunehmender Dehnung der Lunge zu einer Hemmung der Einatmung (Inspiration) führt und so eine Überdehnung der Lungenbläschen (Alveolen) verhindert und die Atemarbeit ergonomisch gestaltet.

Im Jahr 1871 ließ sich Josef Breuer in Wien als praktischer Arzt nieder. In dieser Zeit leistete er bahnbrechende Forschungsarbeit zu Aufbau und Funktion des Innenohrs; so entstand in diesem Zusammenhang etwa die Mach-Breuersche-Strömungstheorie der Endolymphe des Innenohrs. Auf Grundlage seiner Forschungstätigkeit habilitierte Breuer sich im Jahr 1874 für das Gebiet der Inneren Medizin, gab aber 1884 die damit verbundene Lehrerlaubnis, die "venia legendi", wieder zurück.

Die persönlichen Erfolge Josef Breuers bei der Behandlung einer jungen Patientin, die einen nervösen Husten und eine Vielzahl hysterischer Symptome aufwies, wurden die Grundlage zur einer neuartigen Therapie der Hysterie. Das Verfahren, welches von der Patientin als "talking cure" oder "chimney sweeping" (Schornsteinfegen) bezeichnet wurde, beruhte darauf, dass die Symptome verschwanden, wenn im Gespräch das erste Auftreten reproduziert und die begleitenden Affekte abreagiert werden konnten. Breuers jüngerer Kollege Sigmund Freud (1856-1939) entwickelte Breuers Verfahren an eigenen Patienten weiter, was schließlich zu zwei gemeinsamen Veröffentlichungen führte: "Über den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene" (1893) und "Studien über Hysterie" (1895). Die gemeinsame Arbeit fand jedoch aufgrund persönlicher und zunehmende sachlicher Differenzen ein Ende, der Kontakt zwischen den Familien blieb dennoch bis über Breuers Tod hinaus erhalten.

Neben den beiden Werken in Zusammenarbeit mit Freud war Josef Breuer Verfasser weiterer Veröffentlichungen, wie zum Beispiel: "Die Selbststeuerung der Athmung durch den Nervus vagus" (1868), "Über die Function der Bogengänge des Ohrlabyrinthes" (1874), "Die Krisis des Darwinismus und die Teleologie" (Vortrag von 1902) und "Studien über den Vestibularapparat" (1903).

Breuer starb im Jahr 1925 im Alter von 83 Jahren in Wien, wo er auch seine letzte Ruhe fand. Breuers Leben und Schicksal bilden die fiktive Grundlage des Bestseller-Romans "Und Nietzsche weinte" von Irvin Yalom.


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