Sydney Brenner

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

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* 13. Januar 1927 in Germiston (Südafrika)

Sydney Brenner ist einer der drei Preisträger, die am 7. Oktober 2002 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie des Jahrs 2002 erhielten. Die beiden anderen Forscher sind der Brite Sir John E. Sulston (*1942) und der US-Amerikaner H. Robert Horvitz (*1947). Das Trio wurde für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der genetischen Regulierung der Organentwicklung und des programmierten Zellsterbens geehrt. Sydney Brenner und seinen Kollegen gelang es, mit ihren Untersuchungen am Fadenwurm Caenorhabditis elegans wichtige Gene zu identifizieren, die für die Regulation von Organentwicklung und programmiertem Zelltod (Apoptose) verantwortlich sind. Auch bei höher entwickelten Organismen – einschließlich des Menschen – konnten diese Gene nachgewiesen werden.

Der programmierte Zelltod ist ein genetisch angelegter, lebenswichtiger Mechanismus, welcher die Abtötung der Zellen initiiert und ist somit eine Grundvoraussetzung für das Leben, denn er stellt sicher, dass überzählige oder geschädigte Zellen sich selbst töten, bevor sie im Organismus Unheil anrichten. Funktioniert diese Kontrolle nicht, können sich Zellen unentwegt teilen – Krebs, Autoimmunerkrankungen und andere Krankheiten sind die Folge. Bei Schlaganfall und Herzinfarkt hingegen ist im Gegensatz dazu übermäßiger Zelluntergang zu beobachten. Damit ist dieses Wissen um Entwicklung und Tod von Zellen ein grundlegender Bestandteil für das Verständnis von Krankheiten.

Den Grundstein für diese Forschungen und Erkenntnisse hatte Sidney Brenner bereits in den 1970er Jahren gelegt, indem er den nur etwa einen Millimeter langen Nematoden Caenorhabditis elegans als Ausgangsorganismus für Untersuchungen der Genfunktionen bzw. des Genoms etablierte. Damit avancierte dieser Fadenwurm in kurzer Zeit zu einem der meistgenutzten Labortiere.

1947 begann Sidney Brenner an der University of Witwatersrand in Johannesburg mit dem Studium der Medizin und wechselte dann an die Universität Oxford (England), wo er das Fach Physikalische Chemie belegte und darin 1954 promovierte. Anschließend arbeitete er in einem Chemischen Laboratorium und wechselte 1956 an das Cavendish-Laboratorium in Cambridge (England), wo er sich dem Fach Molekularbiologie zuwandte und 1979 Direktor der Molekularbiologischen Abteilung wurde. Hier schuf Sidney Brenner die Grundlagen, um die genetische Analyse mit Zellteilung, Zellreife und Organentwicklung zu verbinden und diese Prozesse gleichzeitig unter dem Mikroskop zu verfolgen. 1986 erhielt Brenner die Leitung der Molekulargenetischen Abteilung des Instituts. 1992 wurde Sidney Brenner Direktor der Molekularwissenschaftlichen Abteilung am privaten Molecular Science Institute im kalifornischen Berkeley (USA) und wechselte später an zum Janelia Farm Research Campus in Ashburn, Virginia.

Neben dem Medizin-Nobelpreis erhielt Sidney Brenner zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, unter anderem die Mitgliedschaft in der Royal Society (1965), die Gregor-Mendel-Medaille (1970), den Albert-Lasker-Preis (1971 und 2000), die Medaille der Royal Society (1974), die Mitgliedschaft in der US National Academy of Sciences (1977), die Krebs-Medaille (1980), die Croonial-Medaille der Royal Society (1986), den Kyoto-Preis und die National Science and Technology Medal (2006).



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