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Friedrich von Bodelschwingh

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

Friedrich von Bodelschwingh der Ältere:
* 6. März 1831 in Tecklenburg
† 2. April 1910 in Bethel

Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere:
* 14. August 1877 in Bethel
† 4. Januar 1946 in Bethel

Friedrich von Bodelschwingh der Ältere stammte aus einer alten westfälischen Adelsfamilie. Er war das sechste Kind des Rechtswissenschaftlers und preußischen Finanz- und Innenministers Ernst von Bodelschwingh (1794-1854). Im Kindesalter war Bodelschwingh Spielgefährte des späteren Königs von Preußen (Friedrich III.) und Kaisers (1831-1888). Nach einer Ausbildung zum Landwirt arbeitete Friedrich von Bodelschwingh als Gutsverwalter in Pommern. Begegnungen mit der protestantischen Erweckungs- und Frömmigkeitsbewegung brachten Bodelschwingh jedoch zu dem Entschluss, Missionar zu werden. Dazu ging er 1854 nach Basel und studierte hier Theologie. Nach dem Abschlussexamen im Jahre 1858 ging Bodelschwingh zunächst als Hilfsprediger, dann als Pfarrer an die deutsche Kirche in Paris. 1861 heiratete Friedrich von Bodelschwingh seine Cousine Ida; aus der Ehe gingen acht Kinder hervor, von denen im Jahre 1869 kurz hintereinander vier an Diphtherie starben. Von 1864 bis 1872 war Bodelschwingh Pfarrer in der kleinen westfälischen Gemeinde Dellwig. Im Deutschen Krieg von 1866 sowie im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 wirkte er als Feldprediger.

1872 wurde Friedrich von Bodelschwingh Pfarrer im Dorf Bethel bei Bielefeld und zugleich Leiter der dortigen Evangelischen Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische. In wenigen Jahren entstanden kirchlich und kommunal selbstständige Siedlungen kleinstädtischen Charakters, die fortwährend erweitert wurden und sich bald in zwei Tälern zwischen den Ausläufern des Teutoburger Waldes ausbreiteten, die Bodelschwingschen Anstalten Bethel. Hier leben und arbeiten über 4.000 Kranke und Gesunde in Gruppen zusammen, wobei jeder Kranke im Sinne einer Arbeitstherapie und gemäß der ihm verbliebenen Fähigkeiten produktiv für die gesamte Einrichtung innerhalb Bethels und außerhalb eingesetzt wird.

1876 gründete Friedrich von Bodelschwingh die Westfälische Diakonissenanstalt Sarepta und 1877 die Westfälische Diakonenanstalt Nazareth. Ab 1885 entstanden Kolonien für Arbeiter und ihre Angehörigen. Für die Nichtsesshaften rief Bodelschwingh ab 1898 in mehreren deutschen Städten so genannte Kolonistenhöfe ins Leben. Als Abgeordneter für die Neue Konservative Partei im preußischen Landtag setzte er 1905 das Wandererarbeitsstättengesetz durch, gründete die Theologische Schule Bethel und eröffnete ein Predigerseminar.

Die Bodelschwingschen Anstalten Bethel wurden nach Friedrich von Bodelschwinghs Tod durch seinen gleichnamigen Sohn, ebenfalls evangelischer Theologe, erfolgreich fortgeführt, erweitert und mit einem Zentrum für Epilepsieforschung ergänzt. Während des Dritten Reichs schützte Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere die Anstalten und seine Patienten erfolgreich vor der Euthanasie.

Die heutigen Bodelschwinghschen Anstalten im jetzigen Bielefelder Stadtteil Bethel gehören zu den wichtigsten Hilfswerken der Inneren Mission. Sie bestehen im Wesentlichen aus der Anstalt Bethel, der Westfälischen Diakonissenanstalt Sarepta und der Westfälischen Diakonenanstalt Nazarath. In der Anstalt Bethel mit ihren Kranken-, Heil- und Fürsorgeeinrichtungen erhalten auch Anfallskranke und milieugeschädigte Jugendliche ein Zuhause. Sarepta ist ein Mutterhaus und eine Ausbildungsstätte für Diakonissen und freiberufliche Schwestern sowie eine Schule für sozialpflegerische Berufe. In der Anstalt Nazarath mit einem heilpädagogischen Institut erfolgt die Ausbildung von Diakonen und Diakonissen.


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