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Christian Albert Theodor Billroth

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2014)

© Getty Images

* 26. April 1826 in Bergen auf Rügen
† 6. Februar 1894 in Abbazia (heutiges Kroatien)

Theodor Billroth gehört als Begründer der modernen Operationstechniken zu den bedeutendsten Chirurgen des 19. Jahrhunderts. Er ist der Schöpfer der Magen-Darm-Chirurgie; durch seine diesbezüglichen Operationstechniken der Magenresektion wurde der Medizin ein völlig neues Arbeitsgebiet und den Kranken neue Wege zur Heilung eröffnet. Billroth verbesserte darüber hinaus bereits bestehende Operationsmethoden und entwickelte völlig neue. Dazu gehören die vollständige Öffnung des Kehlkopfs, die Kehlkopfexstirpation bei Krebs, Operationen der Speiseröhre bei Krebs, bei Zungenkrebs und Schilddrüsenerkrankungen, die Operation an der Leber, der Milz und Harnblase sowie die vaginale Entfernung des Uterus.

Theodor Billroth studierte in Greifswald, Göttingen und Berlin Medizin, wo er Schüler von Bernhard Rudolph Konrad von Langenbeck (1810-1887) und Ludwig Traube (1818-1876) war und die Grundlagen plastischer Chirurgie und die Konstruktion chirurgischer Instrumente erlernte. Bei von Langenbeck habilitierte er sich in den Fächern Chirurgie und pathologische Anatomie. Einen Ruf als Ordinarius für Pathologie nach Greifswald lehnte Billroth ab und folgte stattdessen 1860 einem Ruf auf den Chirurgischen Lehrstuhl nach Zürich. In den Züricher Jahren schrieb er seine bekannten pathologisch-anatomischen Arbeiten. Hier schuf er die Grundlagen für die "wissenschaftliche Chirurgie", die später von Ernst von Bergmann (1836-1907), August Bier (1861-1949), Ernst Ferdinand Sauerbruch (1875-1951) und anderen weitergeführt wurde. Außerdem widmete er sich der postoperativen Wundbehandlung und legte hier die Grundlagen für die späteren Arbeiten Robert Kochs. Besonderen Wert legte er diesbezüglich auf medizinische Hygiene, da er erkannte, dass Infektionen durch Kleinslebewesen hervorgerufen werden.

1867 übernahm Theodor Billroth die II. Lehrkanzel für Chirurgie an der Wiener Universität. Den Ruf, von Langenbecks Nachfolger in Berlin zu werden, lehnte er ab. Aufgrund seiner breiten Ausbildung gelang es Billroth, Klinik und pathologische Anatomie zu verbinden und für die moderne wissenschaftlich-experimentelle Chirurgie nutzbar zu machen, was ihm den ehrenvollen Ruf eines "Naturforschers im Kittel des Chirurgen" einbrachte. Sein Hauptinteresse galt dabei der Pathologie und Chirurgie der Geschwülste.

1874 konnte Theodor Billroth erstmals einen Kehlkopf entfernen, bevor er seine epochemachende Magenresektionen begann. Am 29. Januar 1881 führte er in Wien die erste erfolgreiche Magenresektion bei einem Tumorpatienten durch, der dank dieser Operation jahrelang überlebte. Diese Technik der End-zu-Endvereinigung von Magenstumpf und Duodenum ("Billroth-Operation I") hat Billroth 1885 mit dem Blindverschluss des Duodenums und Seit-zu-Endvereinigung von Jejunum und Magenstumpf ("Billroth-Operation" II) verfeinert.

Neben seiner medizinischen Tätigkeit bemühte Billroth sich um die Reformation des Medizinstudiums, was er 1876 in seinem Buch "Über das Lehren und Lernen der medicinischen Wissenschaften an den Univ. der deutschen Nation" untermauerte. An diesem Werk gab es vielfältige Kritik, nicht zuletzt aufgrund antisemitischer Bemerkungen.


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