Pubertät: Verschiedene Phasen der Pubertät

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Mai 2014)

Der Entwicklungsabschnitt Pubertät lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen. Man spricht von der Vorpubertät, die in der Regel gegen Ende der Grundschulzeit beginnt, der Hochphase der Pubertät, in der die körperlich-sexuelle und seelische Entwicklung in vollem Gange ist, und von der spätpubertären Phase, die etwa ab dem 16. Lebensjahr eintritt.

Ein wichtiges Thema während aller Phasen der Pubertät ist die Sexualität. Sexualität umfasst nicht nur den sexuellen Geschlechtsakt. Menschen sind von Geburt an sexuelle Wesen und beginnen schon lange vor der eigentlichen Pubertät, sich für Sexualität zu interessieren. Bereits im Vorschulalter fangen Kinder an, gezielt ihre äußeren Geschlechtsorgane zu berühren. Darin spiegelt sich der Wunsch nach sexuellen Erlebnissen wider. Auch ein erstes Interesse für das andere Geschlecht besteht bereits im Grundschulalter.

Etwa ab dem neunten Lebensjahr bei Mädchen und um das elfte Lebensjahr herum bei Jungen führen hormonelle Veränderungen dazu, dass sie geschlechtsreif werden und sich die äußeren und inneren Geschlechtsorgane verändern. Es kommt zum ersten Verliebtsein und erotischen Fantasien. Sexuelle Impulse werden stärker und Selbstbefriedigung (Masturbation) wird ein Thema.

Vorpubertät

Die Pubertät setzt nicht von jetzt auf gleich ein – das gibt Eltern und Kindern Zeit, sich auf diese aufregende Phase mit vielen Veränderungen einzustellen. Bei den meisten Kindern machen sich pubertäre Anzeichen zum ersten Mal gegen Ende der Grundschulzeit bemerkbar; ungefähr zu diesem Zeitpunkt setzt die Vorpubertät ein.

Mädchen und Jungen fangen an, die von den Eltern aufgestellten Regeln anzuzweifeln und wollen vermehrt eigene Entscheidungen treffen. Sie streben nach Unabhängigkeit und lehnen es ab, sich in ihren Augen wie ein "Kleinkind" behandeln zu lassen. Gleichzeitig brauchen Kinder ihre Eltern in dieser Phase zunehmend als Diskussionspartner und Ansprechpartner für Wissensfragen.

Ein jugendliches Mädchen hält einen Teddybär in der rechten Hand. © iStock

Pubertät: Zwischen Kindheit und Erwachsensein

Kinder verschwinden jetzt immer häufiger in ihrem Zimmer und wollen von den Eltern nicht gestört werden. Die eigene Sexualität wird vor anderen und auch vor den Eltern versteckt. Dieses "Sich-zurückziehen" ist ein erstes Zeichen dafür, dass Kinder eigenständig werden. In anderen Momenten wieder haben sie aber nach wie vor das Bedürfnis nach Nähe und familiärer Geborgenheit und wollen immer noch "Kind sein". Für die Eltern eine gute Gelegenheit, die enge Eltern-Kind-Beziehung aufrecht zu erhalten. Diese vorpubertäre Phase dauert in der Regel ein bis zwei Jahre.

Jungen sprudeln in der Vorpubertät häufig über vor Energie und Kraft; sie sind ständig in Bewegung und messen ihre Kräfte mit Altersgenossen in Rangeleien und beim Sport. Stundenlanges Stillsitzen in der Schule ist für viele Jungen in diesem Alter nahezu unmöglich.

Auch für Mädchen ist die Vorpubertät eine aufregende Phase mit einem stärkeren Bewegungs- und Rededrang und körperlicher Unruhe. Mädchen sind in diesem Alter oft albern, kichern und tuscheln gerne.

Vor der ersten Menstruation kommt es häufiger zu Stimmungsschwankungen. Viele Mädchen werden launisch – mal sind sie gesellig, mal bevorzugen sie das Alleinsein. Oft verbringen sie Stunden mit ihren Freundinnen und plaudern. Thema sind häufig Schwärmereien, die bei Mädchen in dieser Phase oft vorkommen. Hierbei kann die Aufmerksamkeit auf einen Jungen oder aber auch zum Beispiel auf einen Popstar gerichtet sein.

Die Übergangsphase zwischen Kind- und Erwachsensein spiegelt sich besonders gut in vielen Kinderzimmern wider: Häufig sind hier Kuscheltiere neben Postern von Stars beheimatet.

Die Hochphase

Etwa zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr befinden sich die meisten Jugendlichen in der Hochphase der Pubertät. In dieser Zeit läuft die körperlich-seelische und sexuelle Entwicklung auf Hochtouren. Wenn Mädchen und Jungen geschlechtsreif werden, finden sie vieles peinlich, besonders was die Veränderungen am eigenen Körper betrifft. Sie vermeiden es, sich vor den Eltern und Geschwistern nackt zu zeigen. Nicht selten sieht man in diesem Alter verschämte Blicke schweifen, die den Entwicklungsstand des eigenen Körpers mit dem von anderen Jugendlichen vergleichen.

Gefühlsausbrüche wie lautes Kichern oder laute Gespräche in der Öffentlichkeit zeigen, dass auch die seelische Entwicklung in vollem Gang ist: Teenager suchen ihren Platz in der Gesellschaft und versuchen, sich untereinander zu behaupten. Gleichaltrige werden als Bezugspersonen immer wichtiger. Bei ihnen suchen die Jugendlichen Verständnis und teilen gemeinsame Erlebnisse.

In der Pubertät wird auch das andere Geschlecht zunehmend ein Thema. Viele Jugendliche lernen jetzt das erste Verliebtsein kennen. Sie entdecken das Küssen und den Austausch von Zärtlichkeit, viele haben zum ersten Mal Geschlechtsverkehr. Nun ist es für die Eltern an der Zeit, das Thema Verhütung anzusprechen.

Auch andere Fragen, die das abendliche Wegbleiben und den Übernachtungsbesuch des ersten Freundes / der ersten Freundin betreffen, werden diskutiert – und führen oft zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Eltern und Jugendlichen. Auch die Höhe des Taschengeldes und die Leistungen in der Schule können sich in dieser Zeit zum Streitpunkt entwickeln.

Viele Eltern beklagen eine zunehmende Verschlossenheit ihrer Kinder während der Pubertät. Pubertierende wollen andersherum nicht, dass sich die Eltern in alles einmischen – oft fühlen sie sich von den Eltern nicht verstanden und besprechen ihre Probleme lieber mit den Freunden.

Spätpubertäre Phase

Von der spätpubertären Phase spricht man etwa ab dem 16. Lebensjahr. Wenn dieses Alter erreicht ist, haben sich die Wogen meist etwas geglättet. Die Jugendlichen haben sich an die Veränderungsprozesse der Pubertät gewöhnt und kommen besser mit ihrem fortschreitenden Erwachsenendasein zurecht – und auch die Eltern haben sich zu diesem Zeitpunkt in der Regel in ihre neue Rolle eingefunden. Sie haben akzeptiert, dass ihre Kinder eigenständig werden und Sexualität erleben.

Dennoch kann es auch in dieser Phase noch zu Diskussionen kommen. Jugendliche vertreten jedoch zunehmend ihre eigene Meinung und lassen sich von den Eltern immer weniger beeinflussen. Jetzt ist es an der Zeit, dass Kinder und Eltern verstehen, sich voneinander zu lösen und sich gegenseitige Freiheit zuzugestehen. Das muss im Umkehrschluss jedoch nicht bedeuten, dass sie den Kontakt zueinander verlieren müssen.


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