Pubertät: Die körperliche Entwicklung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Mai 2014)

Mit der Pubertät stellen sich viele Veränderungen ein. Dazu gehört vor allem auch der Prozess der körperlichen Entwicklung: Jungen und Mädchen werden geschlechtsreif. Die körperliche Entwicklung von Gleichaltrigen in der Pubertät läuft nicht immer zeitgleich ab: Bei manchen setzt der Prozess früher ein, bei anderen später. Der Unterschied kann bis zu sechs Jahre variieren.

Heranwachsende, bei denen sich die körperliche Entwicklung sehr früh einstellt, haben es besonders schwer, sich an ihre neue Rolle als Erwachsener zu gewöhnen: Sie fühlen sich noch wie Kinder, körperlich entwickeln sie sich aber schon zu Erwachsenen. In diesem Fall können Eltern ihre Kinder besonders unterstützen, wenn sie bei ihrem Kind sowohl das Kindliche als auch die Geschlechtsreife berücksichtigen.

Körperliche Entwicklung: Vom Mädchen zur Frau

Die körperliche Entwicklung bei Mädchen beginnt in der Regel ein bis zwei Jahre früher als bei Jungen. Der genaue Zeitpunkt, wann die Pubertät einsetzt, ist jedoch von Mädchen zu Mädchen unterschiedlich.

Man sieht ein genervt aussehendes Mädchen. © iStock

Stimmungsschwankungen sind bei Mädchen in der Pubertät normal.

Die Entwicklung vom Mädchen zur geschlechtsreifen Frau wird von Hormonen gesteuert, die in Zentren im Gehirn (Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse) gebildet werden. Diese Hormone regen bei Mädchen im Alter von etwa neun bis zehn Jahren die Eibläschen in den Eierstöcken (Follikel) dazu an, weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) zu bilden. Die Ausschüttung von Östrogenen bewirkt, dass die Geschlechtsorgane wachsen und reifen.

Zu Beginn der Pubertät entwickelt sich bei jungen Mädchen oft als erstes die Brust (sog. Thelarche). Das passiert etwa im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. Die Brustknospen heben sich ab und der Warzenhof wird dunkler. Der Wachstumsprozess macht sich oft durch ein schmerzendes Ziehen oder Kribbeln bemerkbar. Es kommt vor, dass die Brüste sich nicht immer genau identisch entwickeln, sodass eine Brust größer ist als die andere. Dieser Unterschied gleicht sich in der Regel später wieder aus.

Die vermehrte Produktion von weiblichen Geschlechtshormonen sorgt außerdem dafür, dass die ersten Schamhaare im Bereich des Schamhügels und den sich dunkler färbenden Schamlippen wachsen.

Etwa ein bis zwei Jahre, nachdem der pubertäre Entwicklungsprozess begonnen hat, nimmt der Körper weibliche Formen an: Das Becken wird breiter und rundlich. Die Schultern bleiben dahingegen schmal. Erst jetzt beginnen auch die Achselhaare zu wachsen. Insgesamt kommt es zu einem deutlichen Körperwachstum (Wachstumsschub). Hierfür ist das Wachstumshormon verantwortlich, das vermehrt von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ausgeschüttet wird. Durch die Hormonveränderungen kann es außerdem zu Pickeln und schnell fettenden Haaren kommen.

Die Pubertät bringt nicht nur sichtbare Veränderungen mit sich. Auch die Geschlechtsorgane im Inneren des Körpers entwickeln sich: Die Scheide (Vagina) wächst und die Form der Gebärmutter (Uterus) verändert sich.

Die erste Regelblutung (sog. Menarche) ist der letzte Schritt zum Erwachsenwerden im Rahmen der körperlichen Entwicklung. Meistens sind junge Mädchen 11 bis 14 Jahre alt, wenn sie zum ersten Mal ihre Regelblutung (Menstruation) bekommen. Von nun an reifen jeden Monat mehrere Eibläschen heran.

Als Vorbote für die erste Menstruation kann ein halbes bis ganzes Jahr im Voraus ein glasig-weißlicher Scheidenausfluss (sog. Weißfluss) auftreten. Das Menstruationsblut entsteht, wenn sich 14 Tage nach dem Eisprung die obersten Schichten der Gebärmutterschleimhaut ablösen, vorausgesetzt, dass sich kein Ei eingenistet hat, das heißt, dass keine Schwangerschaft eingetreten ist. Danach beginnt erneut die Vorbereitung auf eine mögliche Einnistung.

Die Menstruation kann mit Schmerzen, Unwohlsein oder Stimmungsschwankungen einhergehen. Generell ist die monatliche Blutung ein natürlicher Vorgang, der signalisiert, dass sich der Körper einer Frau auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Zyklusschwankungen sind übrigens bei jungen Mädchen ganz normal. Mit dem 17. Lebensjahr ist die körperliche Entwicklung bei den meisten Mädchen abgeschlossen.

Körperliche Entwicklung: Vom Jungen zum Mann

Die körperliche Entwicklung bei Jungen setzt in der Regel etwas später ein als bei Mädchen. Zu Beginn der körperlichen Entwicklung bei Jungen (etwa zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr) wächst zunächst der Hoden und der Hodensack färbt sich dunkler.

Die ersten Schamhaare zeigen sich rund um den Penisansatz. Der Penis wird länger und dicker. Nach außen unsichtbar entwickeln sich die Geschlechtsdrüsen: Die Prostata und die Bläschendrüse (Samenbläschen) beginnen zu reifen. Die Prostata ist eine kastaniengroße Drüse mit glatter Oberfläche, die sich unter der Harnblase befindet und den Anfangsteil der Harnröhre umgibt. Oberhalb der Prostata sind die beiden Samenbläschen zu finden. In Prostata und Bläschendrüse wird ein großer Anteil des Sperma-Sekrets gebildet.

Neben der Entwicklung der Geschlechtsorgane setzt beim Jungen in der Pubertät außerdem der Bartwuchs ein, die Körperbehaarung verstärkt sich und die Stimme wird tiefer.

Man sieht einen Jungen in der Pubertät. © iStock

Bei Jungen setzt die Pubertät in der Regel später ein als bei Mädchen.

Zwischen dem 11. und 16. Lebensjahr kommt es bei Jungen zum ersten Samenerguss (sog. Ejakularche). Viele erleben ihn unbeabsichtigt als sogenannten "feuchten Traum" (Pollution) im Schlaf. Andere provozieren den ersten Samenerguss bewusst bei der Selbstbefriedigung (Masturbation).

Auch der Körperbau von Jungen verändert sich während der Pubertät: Das Hormon Testosteron bewirkt sprunghafte Wachstumsschübe. Oft wachsen zunächst Hände und Füße, Arme und Beine folgen. Die Schultern werden breiter und die Muskelmasse nimmt zu. Das Becken bleibt hingegen schmal. Durch diese Wachstumsschübe wirken Jungen in diesem Alter oft unproportioniert. Die Wachstumsphase hält ungefähr drei bis vier Jahre an.

In der Pubertät führt die vermehrte Talgproduktion häufig zu schnell fettenden Haaren. Auch Pickel sind in diesem Alter ein unangenehmer Begleiter.

Bei Jungen wächst der Kehlkopf in der Pubertät stärker als bei Mädchen. Dadurch kommt es zum sogenannten Stimmbruch. Die Stimmbänder dehnen sich aus und werden länger und dicker, sodass sich die Frequenz ändert: Die Stimme klingt nun tiefer. Hin und wieder fällt die Stimme in der Wachstumsphase jedoch in die Kinderstimmlage zurück. Das führt dazu, dass die Stimme zeitweise einen quietschenden Klang annimmt.

Bei vielen Jugendlichen kündigt ein zarter weicher Flaum oberhalb der Oberlippe den Bartwuchs an. Der richtige Bartwuchs stellt sich allerdings oft erst gegen Ende der Pubertät ein. Auch die sich verändernden Schweiß- und Duftdrüsen machen sich während der Pubertät bemerkbar: Viele männliche Teenager entwickeln in der Pubertät einen markanten Geruch, der sich mit zunehmendem Alter jedoch noch ändert.

Die körperliche Entwicklung bei Jungen ist in der Regel um das 19. Lebensjahr herum beendet.


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