Sekundäre Pflanzenstoffe: Einteilung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (11. April 2014)

Die sekundären Pflanzenstoffe können in verschiedene Stoffklassen eingeteilt werden.

Carotinoide

Früchte, die viele Carotinoide enthalten, erkennt man schon an der intensiven gelben oder roten Farbe, aber auch in Blättern können Carotinoide vorkommen. Die meisten Carotinoide liegen in den Früchten als Provitamin A vor, also einer Vorstufe, die im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird.

Carotinoide haben eine krebsvorbeugende und entzündungshemmende Wirkung.

Glucosinolate

Glucosinolate werden auch Senfölglykoside oder Thioglucoside genannt und sind vorwiegend in Pflanzen enthalten, die zur Familie der Kreuzblütler gehören (z.B. Senf, Kresse, Kohlgemüse, Meerrettich). Sie führen auch zu dem charakteristischen Geschmack dieser Pflanzen. Glucosinolate wirken krebsvorbeugend, schützen vor freien Radikalen und senken den Lipidgehalt im Blut.

Monoterpene

Monoterpene sind Bestandteil von ätherischen Ölen und kommen in Zitrusfrüchten wie Orangen vor, aber auch in Pfefferminze, Fenchel, Kümmel, Aprikosen, Weintrauben und vielem mehr. Monoterpene sollen krebsvorbeugend und cholesterinsenkend wirken.

Saponine

Der Begriff Saponine leitet sich vom lateinischen Wort sapon für Seife ab. In wässrigen Lösungen können sie stark schaumbildend wirken. Saponine kommen vor allem in Hülsenfrüchten sowie in Soja, Hafer, Spargel und Lakritze vor. Sie haben unter anderem eine entzündungshemmende, cholesterinsenkende und krebsvorbeugende Wirkung.

Sulfide

Sulfide entstehen aus chemischen Vorstufen – die vor allem in Zwiebelgewächsen wie zum Beispiel Knoblauch vorkommen – im Laufe der Verdauungsvorgänge. Im Falle des Knoblauchs entstehen die Sulfide aus dem in den Knoblauchzehen enthaltenem Allicin. Sulfide beugen der Entstehung von Krebs vor und wirken wachstumshemmend auf Mikroorganismen. Durch ihre antioxidative Wirkung schützen sie vor freien Radikalen. Außerdem wirken Sulfide der Entstehung von Blutgerinnseln entgegen und können den Cholesterinspiegel senken.

Phytoöstrogene

Phytoöstrogene sind pflanzliche Stoffe, die ähnlich wie die weiblichen Sexualhormone (Östrogene) wirken. Im Körper können sie die Wirkung der Östrogene imitieren oder auch behindern.

Phytoöstrogene finden sich zum Beispiel in Soja, Hülsenfrüchten, Leinsamen, Getreide oder Beeren.

Über die positiven Wirkungen von Phytoöstrogenen gibt es bisher keine eindeutigen Daten. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Phytoöstrogene das Krebsrisiko senken können. Einzig sicher scheinen jedoch Phytoöstrogene aus Sojaprodukten, die chemisch zur Gruppe der Isoflavone zählen, eine cholesterinsenkende Wirkung zu haben.

Phytosterole

Phytosterole sind Sterole, die in Pflanzen vorkommen. Zu den tierischen Sterolen zählt zum Beispiel das Cholesterin. In der menschlichen Nahrung sind Phytosterole vor allem in Sonnenblumenkernen, nativem Sonnenblumenöl, Sesamsamen, Brokkoli und Rosenkohl vorhanden.

Im Unterschied zum tierischen Cholesterin haben Phytosterole eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel und können diesen sogar senken. Wer Cholesterinsenker einnimmt, sollte allerdings Lebensmittel mit Phytosterolen erst nach Absprache mit dem Arzt zu sich nehmen. Phytosterole sollen außerdem krebsvorbeugend wirken.

Polyphenole

Polyphenole findet man insbesondere in den Randschichten und in Blättern von Pflanzen. Das liegt vor allem der antioxidativen Wirkung der Polyphenole, welche die Pflanzen so vor oxidativen Schäden durch freie Radikale schützen sollen. Zu den Polyphenolen zählen die Phenolsäuren und die Flavonoide.

Phenolsäuren haben zahlreiche positive Auswirkung auf die Gesundheit. Sie wirken unter anderem krebsvorbeugend, wachstumshemmend auf Mikroorganismen, thrombosevorbeugend, blutdruckregulierend und schützen vor freien Radikalen.

Flavonoide kommen in vielen Gemüsearten und Obstsorten vor, zum Beispiel in Soja, Zwiebeln, Oliven, Brokkoli, Äpfeln, Zitrusfrüchten oder in grünem und schwarzem Tee. Phenolsäuren findet man vor allem in Kaffee (Kaffeesäure – eine Tasse Kaffee enthält etwa 7 mg), aber auch in Nüssen und Früchten.