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Schwefel

Veröffentlicht von: Till von Bracht (06. Dezember 2013)

© Jupiterimages/iStockphoto

Schwefel (Sulfur) gehört zu den Mineralstoffen und ist ein wichtiger Bestandteil von mehreren Eiweißbausteinen (Aminosäuren) des menschlichen Organismus. Der menschliche Körper kann Schwefel selbst nicht herstellen, sondern nimmt ihn in der Regel in ausreichender Menge über eiweißhaltige Nahrungsmittel auf.

Reiner Schwefel kommt in der Natur und im Organismus nur selten vor – meist verbindet er sich mit anderen Stoffen wie Sauerstoff oder Wasserstoff.

Im Körper ist Schwefel bei einer Vielzahl von Prozessen beteiligt und kommt zum Beispiel in

vor.

Genauer gesagt enthalten die Aminosäuren Cystein und Methionin Schwefel. Der Körper bildet aus diesen Aminosäuren lebenswichtige Stoffe, die wiederum für den Bau und die Reparatur menschlicher Zellen unentbehrlich sind.

Ohne die schwefelhaltige Aminosäure Methionin könnte der Körper viele Proteine, Peptide oder Koenzyme nicht aufbauen.

Peptide kann man als " kleine Proteine" betrachten – ihr Aufbau ähnelt dem eines Proteins, allerdings besitzen Peptide weniger Aminosäuren. Peptide können als Hormone wirken und sind wichtig für den Stoffwechsel. Koenzyme helfen im Körper dabei, andere Stoff zu verändern und umzuwandeln – somit spielen Koenzyme ebenfalls eine wichtige Rolle im Stoffwechselprozess.

Das Bild zeigt ein Modell der Aminosäure Methionin. © Jupiterimages/iStockphoto

Die Aminosäure Methionin enthält unter anderem auch Schwefel.

Schwefel befindet sich in einer Vielzahl von Lebensmitteln – insbesondere in eiweißhaltigen Produkten wie

  • Eiern,
  • Milch,
  • Fisch,
  • Fleisch
  • und Nüssen.

Etwas weniger Schwefel kommt in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Zu den besonders schwefelhaltigen Pflanzen gehören Knoblauch, Bärlauch und Zwiebeln. Für den intensiven Geruch dieser drei Pflanzen ist eine bestimmte Schwefelverbindung namens Allicin verantwortlich.

Auch Senf und Raps enthalten schwefelhaltige Stoffe, die sogenannten Glucosinolate.

Da sehr viele unterschiedliche Lebensmittel Schwefel enthalten, ist es nicht notwendig, schwefelhaltige Präparate wie zum Beispiel MSM-Pulver zu sich zu nehmen. Der tägliche Bedarf an Schwefel lässt sich über eine ausgewogene Ernährung leicht decken.

Einige Menschen glauben, dass sie mithilfe schwefelhaltiger Nahrungsergänzungsmittel Knieschmerzen lindern, Hautprobleme verbessern oder ihre Fitness steigern können – wissenschaftliche Beweise dafür gibt es allerdings nicht!

Chemisch betrachtet handelt es sich bei Schwefel um ein Nicht-Metall aus der sechsten Hauptgruppe der Elemente. Schwefel trägt die Ordnungszahl 16. In der Natur kommt Schwefel nur selten in seiner reinen Form vor, sondern bindet sich häufig an Sauerstoff oder Wasserstoff. Reiner Schwefel ist bei Raumtemperatur stabil und bildet zitronengelbe Kristalle.

Wesentlich häufiger findet man Schwefel in fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdöl. Kohle enthält ein bis zwei Prozent und Erdöl bis zu drei Prozent Schwefel. Dort kommt Schwefel nicht in seiner reinen Form vor, sondern in Verbindung mit zwei Teilchen Wasserstoff (H2S). Chemiker nennen dieses Molekül Schwefelwasserstoff.

Die meisten Menschen haben reinen Schwefel noch nie gesehen – den unangenehmen Geruch von Schwefelwasserstoff hingegen kennen viele. Schwefel in seiner reinen Form ist geruchlos, in Verbindung mit Wasserstoff hingegen riecht Schwefel nach "faulen Eiern" und kommt zum Beispiel in Düngemitteln vor. Schwefelwasserstoff entsteht bei der Zersetzung schwefelhaltiger Eiweißstoffe, zum Beispiel

  • wenn Eier verderben
  • oder wenn Haare verbrennen.

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