Mangan: Manganmangel

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (04. März 2013)

Ein Manganmangel kommt bei einer ausgewogenen Ernährung nicht vor.

In Tierversuchen konnten bei einer Manganunterversorgung Symptome wie Knochenveränderungen und Unfruchtbarkeit festgestellt werden. Darüber hinaus vermutet man, dass ein Mangel an Mangan auch dazu führt, dass die Körperzellen schlechter auf das Hormon Insulin ansprechen. Insulin ist ein Hormon, das sich an Rezeptoren der Körperzellen, vor allem im Muskel- und Fettgewebe, setzt, damit Glukose aus dem Blut von den Zellen aufgenommen und zur Energiegewinnung genutzt werden kann.

Überdosierung und Vergiftung

Eine Überdosierung beziehungsweise Vergiftung mit Mangan kommt äußerst selten vor. Selbst, wenn man Mangan in hohen Mengen über die Nahrung aufnimmt, treten keine körperlichen Beschwerden auf.

Lediglich die Einnahme hoch dosierter Manganpräparate über einen längeren Zeitraum hinweg kann zu Vergiftungserscheinungen führen. In Tierversuchen stellte sich heraus, dass sehr hohe Dosen Mangan das Blutbild verändern und das zentrale Nervensystem schädigen können. Über reine Nahrungsaufnahme sind derartige Effekte jedoch nicht zu erzielen – vielmehr sind Vergiftungsfälle nur aus dem Bereich der Arbeitsmedizin bekannt, etwa bei Minenarbeitern.

Bei Arbeitern im Bergbau sind Vergiftungen bekannt, die durch die Inhalation von Mangan und durch Hautkontakt mit dem Element entstehen. Ferner können auch Arbeiter der manganverarbeitenden Industrie sowie Stahlarbeiter an einer Manganvergiftung leiden. Daher ist die chronische Manganvergiftung (Manganismus) bei den besonders gefährdeten Berufsgruppen auch eine entschädigungspflichtige Berufskrankheit.

Die akute Vergiftung kann zu einer schweren Lungenentzündung (Pneumonie) führen und tödlich sein. Die chronische Vergiftung äußert sich durch parkinsonähnliche Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit sowie Störungen der Konzentration und des Gedächtnisses. Weitere Beschwerden sind Schwindel, Müdigkeit und Apathie.

Manganpräparate

Im Allgemeinen ist es nicht erforderlich und daher auch nicht ratsam, Manganpräparate zur Vorbeugung einzunehmen. Mangan ist ohnehin in vielen Multivitamin- beziehungsweise Multimineralpräparaten enthalten, bei denen das Spurenelement in der Regel niedrig dosiert ist.