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Kohlenhydrate (Zucker): Einteilung der Kohlenhydrate

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (25. April 2013)

Chemisch gesehen sind Kohlenhydrate (Zucker) eine Verbindung aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasser. Aber: Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate – es gibt viele verschiedene Zuckerarten. Wissenschaftler unterscheiden Kohlenhydrate vor allem nach der Anzahl ihrer Zuckerbausteine.

Einfachzucker (Monosaccharide)

Einfachzucker sind – wie der Name schon sagt – die einfachste Zuckerform. Sie bestehen aus einem einzigen Zuckermolekül. Zu den Einfachzuckern gehören Traubenzucker (Glukose), Fruchtzucker (Fruktose) sowie Schleimzucker (Galaktose). Mehrere Einfachzuckermoleküle können zusammen Zwei- und Mehrfachzucker bilden.

Zweifachzucker (Disaccharide)

Zweifachzucker bestehen aus zwei Einfachzuckermolekülen. Zu Zweifachzuckern zählen zum Beispiel:

  • Milchzucker (Laktose): Laktose ist z.B. in Milchprodukten enthalten. Viele Menschen reagieren auf Laktose empfindlich. So ist insbesondere ein großer Teil der Asiaten von einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) betroffen.
  • Rohr- oder Rübenzucker (Saccharose): Unter Saccharose versteht man den handelsüblichen Haushaltszucker.
Man sieht ein Glas mit Honig. © Jupiterimages/iStockphoto

Einfach- und Zweifachzucker findet man vor allem in Lebensmitteln wie Schokolade, Limonade, Marmelade und Honig; also in Nahrungsmitteln, die sehr süß schmecken.

Oligosaccharide

Oligosaccharide bestehen aus drei bis neun Einfachzuckermolekülen.

Beispiele für Oligosaccharide sind die Raffinose, Stachyose und Verbascose. Oligosaccharide kommen vor allem in Hülsenfrüchten wie Erbsen und Bohnen vor. Die typischen Blähungen nach dem Verzehr von Bohnen entstehen durch den Verdauungsprozess der Stachyose und Verbascose im Dickdarm.

Mehrfachzucker (Polysaccharide)

Mehrfachzucker (Polysaccharide) bestehen aus mindestens zehn Einfachzuckermolekülen. Zu Mehrfachzuckern zählen zum Beispiel:

  • Stärke: Stärke ist eine ganz besondere Zuckerform und spielt eine große Rolle bei der Energiegewinnung des Körpers. Der Organismus kann Stärke besonders gut verwerten. Kohlenhydrate in Form von Stärke sind insbesondere in pflanzlichen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Gemüse und Getreide sowie Getreideprodukten (Brot, Reis) enthalten.
  • Dextrine: Diese Mehrfachzucker entstehen bei der Spaltung von Stärke im Rahmen der Verdauung.
  • Glykogen: Als Glykogen bezeichnet man die Speicherform des Traubenzuckers (Glukose) im menschlichen und tierischen Körper. Glykogen entsteht, wenn mehr Traubenzucker im Blut vorhanden ist, als für die Energiegewinnung nötig ist. Der Körper wandelt in dieser Situation Einfachzucker (Glukose) in Glykogen um und speichert dieses in der Leber und in den Muskeln.
  • Ballaststoffe: Ballaststoffe zählen chemisch gesehen ebenfalls zu den Mehrfachzuckern. Sie sind unverdaulich, haben aber trotzdem wichtige Funktionen im Körper: Sie fördern die Verdauung und helfen zum Beispiel Verstopfung, Übergewicht (Adipositas) und möglicherweise auch Dickdarmkrebs vorzubeugen. Ballaststoffe sind meist Teil der Außenzellwände bzw. Schalen pflanzlicher Nahrungsmittel. Vollkornprodukte enthalten viele Ballaststoffe, da ihre Zellwände nicht durch die Weiterverarbeitung nach der Ernte zerstört werden.
ZuckerformBeispiele
Einfachzucker (Monosaccharide) Traubenzucker (Glukose)
Fruchtzucker (Fruktose)
Schleimzucker (Galaktose)
Zweifachzucker (Disaccharide) Haushaltszucker (Saccharose)
Milchzucker (Laktose)
Maltose (Malzzucker)
Oligosaccharide Raffinose
Stachyose
Verbascose
Mehrfachzucker (Polysaccharide) Stärke
Dextrine
Glykogen
Ballaststoffe

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