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Kohlenhydrate (Zucker): Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (16. September 2016)

Chemisch gesehen bestehen alle Kohlenhydrate (Zucker) aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasser. Aber: Es gibt unterschiedliche Kohlenhydrate. Wissenschaftler unterteilen Kohlenhydrate vor allem danach, wie viele Zuckermoleküle sie enthalten.

Einfachzucker (Monosaccharide): Zucker in seiner einfachsten Form

Einfachzucker sind – wie der Name schon sagt – die einfachste Zuckerform. Sie bestehen aus einem einzigen Zuckermolekül. Zu den Einfachzuckern gehören

  • Traubenzucker (Glukose),
  • Fruchtzucker (Fruktose) sowie
  • Schleimzucker (Galaktose).

Mehrere Einfachzuckermoleküle können zusammen Zwei- und Mehrfachzucker bilden.

Zweifachzucker (Disaccharide): Einfachzucker mal zwei

Zweifachzucker bestehen aus zwei Einfachzuckermolekülen. Zu Zweifachzuckern zählen zum Beispiel:

  • Milchzucker (Laktose): Laktose ist z.B. in Milchprodukten enthalten.
  • Rohr- oder Rübenzucker (Saccharose): Unter Saccharose versteht man den handelsüblichen Haushaltszucker.
  • Maltose (Malzzucker): Maltose ist ein Abbauprodukt von Stärke. Malzzucker entsteht beim Keimen von Getreide und ist etwa in Bier, Nudeln oder Kartoffeln enthalten.
Man sieht ein Glas mit Honig. © iStock

Einfach- und Zweifachzucker findet man vor allem in Lebensmitteln wie Schokolade, Limonade, Marmelade und Honig; also in Nahrungsmitteln, die sehr süß schmecken.

Oligosaccharide

Oligosaccharide bestehen aus drei bis neun Einfachzuckermolekülen.

Beispiele für Oligosaccharide sind die Zuckerarten Raffinose, Stachyose und Verbascose. Oligosaccharide kommen vor allem in Hülsenfrüchten wie Erbsen und Bohnen vor. Die typischen Blähungen nach dem Verzehr von Bohnen entstehen durch den Verdauungsprozess der Stachyose und Verbascose im Dickdarm.

Mehrfachzucker (Polysaccharide): Besonders wertvoll

Mehrfachzucker (Polysaccharide) bestehen aus mindestens zehn Einfachzuckermolekülen. Zu Mehrfachzuckern zählen zum Beispiel:

  • Stärke: Stärke ist eine ganz besondere Zuckerform und spielt eine große Rolle bei der Energiegewinnung des Körpers. Der Organismus kann Stärke besonders gut verwerten. Kohlenhydrate in Form von Stärke sind insbesondere in pflanzlichen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Gemüse und Getreide sowie Getreideprodukten wie Brot und Reis enthalten.
  • Dextrine: Diese Mehrfachzucker entstehen bei der Spaltung von Stärke im Rahmen der Verdauung.
  • Glykogen: Glykogen ist die Speicherform des Traubenzuckers (Glukose) im menschlichen Körper. Glykogen entsteht, wenn mehr Traubenzucker im Blut vorhanden ist, als für die Energiegewinnung nötig ist. Der Körper wandelt in dieser Situation Traubenzucker in Glykogen um und speichert dieses in der Leber und in den Muskeln.
  • Ballaststoffe: Ballaststoffe zählen chemisch gesehen ebenfalls zu den Mehrfachzuckern. Sie sind unverdaulich, erfüllen aber trotzdem wichtige Funktionen im Körper: Sie fördern die Verdauung und können Verstopfung vorbeugen. Ballaststoffe sind meist in den Außenzellwänden bzw. Schalen pflanzlicher Nahrungsmittel enthalten. Vollkornprodukte enthalten viele Ballaststoffe, da ihre Zellwände nicht durch die Weiterverarbeitung nach der Ernte zerstört werden.
Zuckerform Beispiele
Einfachzucker (Monosaccharide) Traubenzucker (Glukose)
Fruchtzucker (Fruktose)
Schleimzucker (Galaktose)
Zweifachzucker (Disaccharide) Haushaltszucker (Saccharose)
Milchzucker (Laktose)
Maltose (Malzzucker)
Oligosaccharide Raffinose
Stachyose
Verbascose
Mehrfachzucker (Polysaccharide) Stärke
Dextrine
Glykogen
Ballaststoffe

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