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Cholesterin

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (12. August 2014)

Was ist Cholesterin?

Denk an dein Cholesterin und lass das Ei heut' weg! Ein Ausspruch, den manch einer vom Frühstückstisch kennt. Denn dort genießt Cholesterin keinen sonderlich guten Ruf. Zu Recht? Auf diese Frage gibt es noch keine eindeutige Antwort: Fachleute streiten darüber, bei wem und in welchem Maße cholesterinreiche Lebensmittel den Cholesterinspiegel tatsächlich erhöhen und somit langfristig ein Risiko für die Gefäße darstellen.

Etwa jeder dritte Deutsche im Alter zwischen 18 und 79 Jahren hat zu viel Cholesterin im Blut – der Cholesterinspiegel ist erhöht. Ein zu hohes Cholesterin stellt einen Risikofaktor für Erkrankungen der Gefäße dar. Mögliche Folgen einer sich entwickelnden Arterienverkalkung sind Herzinfarkt und Schlaganfall. Vor allem in Kombination mit anderen Risikofaktoren wie Rauchen und hohem Blutdruck schadet ein hohes Cholesterin den Arterien.

Nur tierische Lebensmittel enthalten Cholesterin – und das in sehr unterschiedlicher Menge. Besonders cholesterinreich sind Hühnereier (ca. 250 Milligramm Cholesterin pro Stück, enthalten im Eigelb), Innereien (z.B. Rinderleber, auch Leberwurst), Aal, Butter und Schmalz. Anwohner der westlichen Industrieländer nehmen pro Tag pro Person etwa 300 bis 500 Milligramm Cholesterin mit der Nahrung auf.

Doch Cholesterin gelangt nicht nur über Essen und Trinken in den Körper. Er produziert es auch selbst, vor allem in der Leber, aber auch im Darm. Die auch als Cholesterol bezeichnete fettähnliche Substanz ist unverzichtbar für den Körper.

  • Jede Zelle enthält Cholesterin, z.B. in der Zellwand.
  • Zudem dient Cholesterin als Ausgangssubstanz für Hormone, Gallensäuren und Vitamin D.

Laut Empfehlung sollte man nicht mehr als 300 Milligramm Cholesterin pro Tag zuführen, wenn der Cholesterinwert erhöht ist. Der Körper stellt täglich etwa die doppelte Menge (600 Milligramm) her – der Wert schwankt jedoch stark. Dabei spielen neben der Ernährung auch Faktoren wie Stress (erhöht das Cholesterin) eine Rolle. Um auf die Eier zurückzukommen: Allgemein wird Personen mit zu hohem Cholesterinspiegel empfohlen, nicht mehr als zwei bis drei Eier pro Woche zu essen.

Der Körper versucht, die Cholesterinwerte möglichst konstant zu halten:

  • Wer viel Cholesterin mit der Nahrung aufnimmt, produziert selbst weniger (die Leber drosselt die Produktion).
  • Enthält hingegen die Nahrung sehr wenig Cholesterin, produziert die Leber selbst mehr davon.

Inwiefern das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin den Cholesterinwert tatsächlich beeinflusst, ist nicht abschließend geklärt. Es liegen zum Teil widersprüchliche Ergebnisse aus Studien vor. Als sicher gilt, dass eine ungünstige, fettreiche Ernährung den Cholesterinspiegel erhöht – vor allem, wenn eine erbliche Veranlagung besteht. Der Cholesterinwert hängt stark von der Menge Fett ab, die ein Mensch insgesamt zu sich nimmt. Vor allem die gesättigten Fettsäuren fallen ins Gewicht.

Zu viele gesättigte Fettsäuren und Cholesterin in der Nahrung lassen den Cholesterinspiegel im Blut steigen.

Trotz der teils unklaren Situation gibt es eindeutige Empfehlungen, wie hoch der Cholesterinspiegel sein sollte. Der Cholesterinwert gesunder Erwachsener sollte unter 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) liegen – gemessen im Blutserum. Dieser Wert setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Die beiden wichtigsten Vertreter sind das HDL-Cholesterin und das LDL-Cholesterin:

HDL-Cholesterin gilt als "gutes" Cholesterin – LDL-Cholesterin gilt als "schlechtes" oder "böses" Cholesterin.

Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann seine Ursache in einer erblich bedingten Störung des Fettstoffwechsels haben (familiäre Hypercholesterinämie). Wesentlich häufiger ist aber die nicht-familiäre Hypercholesterinämie, bei der mehrere genetische Faktoren zusammen kommen, die die Werte nach oben treiben.

Das Bild zeigt die Strukturformel für Cholesterol.

Strukturformel für Cholesterol

HDL-Cholesterin

Als HDL-Cholesterin bezeichnet man eine Verbindung aus dem Lipid Cholesterin und einem sogenannten Trägereiweiß. HDL-Cholesterin gilt als das "gute" Cholesterin. Das in Wasser und Blut schlecht lösliche Cholesterin verbindet sich mit dem Trägereiweiß, damit es besser im Blut transportiert werden kann.

Die Verbindung aus einem solchen Trägereiweiß (auch Apolipoprotein genannt) und der Lipideinheit – hier dem Cholesterin – nennt sich Lipoprotein. HDL-Cholesterin besteht etwa zur Hälfte aus dem Trägereiweiß und zur anderen Hälfte aus Cholesterin. Neben dem HDL-Cholesterin kommt dem LDL-Cholesterin große Bedeutung zu.

Die Namen der Lipoproteine leiten sich von der englischen Bezeichnung für ihre Dichte ab:

  • Lipoproteine hoher Dichte heißen abgekürzt HDL (HDL-Cholesterin), von High Density Lipoproteins.
  • Lipoproteine niedriger Dichte heißen LDL (LDL-Cholesterin), von Low Density Lipoproteins.

HDL-Cholesterin als nützliches Cholesterin stellt den Widerpart zum "bösen" LDL-Cholesterin dar. HDL-Cholesterin beseitigt Cholesterin aus dem Blut. Es hat die besondere Eigenschaft, bereits in der Gefäßwand abgelagertes Cholesterin (LDL-Cholesterin) aufzunehmen und zur Leber zu transportieren. Dort wird es zu Gallensäuren umgebaut und kann mit dem Gallensaft in den Darm ausgeschieden werden.

Aufgrund dieser Funktionen schützt HDL-Cholesterin vor Arterienverkalkung (Arterioskleorse). Im Gegensatz zum LDL-Cholesterin (hoher Wert = ungünstig) ist ein hoher Wert für das HDL-Cholesterin günstig.

Es gilt: Je mehr HDL, desto besser.

Bei Menschen, die keine weiteren Risikofaktoren für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems haben, sollte der Wert für das HDL-Cholesterin über 50 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beziehungsweise über 1,3 Millimol pro Liter (mmol/l) liegen (bei Frauen) und über 40 Milligramm pro Deziliter beziehungsweise über 1,0 Millimol pro Liter (mmol/l) bei Männern.

Folgende Faktoren können die Konzentration von HDL-Cholesterin erhöhen (positiv):

Folgende Faktoren können die Konzentration von HDL-Cholesterin senken (negativ):

LDL-Cholesterin

LDL-Cholesterin gilt als schädlich. Wer zu hohe Cholesterinwerte hat, hat meist auch zu viel LDL-Cholesterin im Blut. Der Name LDL leitet sich von der englischen Bezeichnung für die niedrige Dichte dieser sogenannten Lipoproteine ab: Low Density Lipoproteins, kurz LDL.

LDL-Cholesterin besteht zu etwa einem Viertel aus dem Trägereiweiß, dem sogenannten Apolipoprotein, und zu drei Vierteln aus Cholesterin. Es gelangt von der Leber mit dem Blut zu den Zellen, wird dort mithilfe spezieller Rezeptoren (Andockstellen) eingeschleust und weiterverarbeitet.

Welche Gefahr geht von LDL-Cholesterin aus? Befindet sich zu viel LDL im Blut oder sind zu wenige Rezeptoren vorhanden, können sich in den Gefäßwänden Ablagerungen bilden. Sie entstehen dadurch, dass körpereigene Fresszellen (Makrophagen) überschüssiges LDL-Cholesterin aus dem Blut aufnehmen. Die Fresszellen wandern in die Gefäßwände, und mit der Zeit bilden sich über eine Reihe komplexer Prozesse umschriebene Gefäßverengungen (sogenannte Plaques).

Besonders häufig entstehen solche Ablagerungen an den Gefäßen, die das Herz mit Blut versorgen: den Herzkranzgefäßen. Diese Erkrankung wird koronare Herzkrankheit (KHK) genannt. Durch Plaques kann es zu einem vollständigen Verschluss des betroffenen Gefäßes kommen – das gefährdet die Blutversorgung.

Reißt eine Plaque ein, lagern sich sehr schnell Blutplättchen (Thrombozyten) an. Sie bilden einen Blutpfropf, Thrombus genannt, der das Gefäß dann vollständig verschließt. Folge eines Gefäßverschlusses an den Kranzarterien: ein Herzinfarkt. Sind Gefäße am Hals oder im Kopf verschlossen, kann ein Schlaganfall resultieren.

Bei Personen, die keine sonstigen Risikofaktoren für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems haben, sollte die Konzentration für das LDL-Cholesterin unter 150 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beziehungsweise unter 3,9 Millimol pro Liter (mmol/l) liegen.

Wichtiger Ansatzpunkt, um das LDL-Cholesterin zu senken, ist körperliche Aktivität: Wer sich regelmäßig bewegt, erhöht das günstige HDL-Cholesterin und senkt das LDL-Cholesterin. Manche Menschen mit erhöhtem Cholesterinspiegel können ihren Wert senken, wenn sie ihre Ernährung umstellen.

Bitte geben Sie uns ein paar Informationen zu Ihrer Person, damit wir Ihren täglichen Kalorienbedarf berechnen können.

In volle Jahren z.B. 28

In kg z.B. 60







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