Calcium: Historisches

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (04. Juni 2013)

Im 19. Jahrhundert litten viele Kinder in Arbeitervierteln unter Calciummangel. Er entstand, weil die Kinder durch Lichtmangel nicht genug Vitamin D3 bilden konnten. Die Folge war die sogenannte Vitamin-D-Mangel-Rachitis (früher auch "Englische Krankheit" genannt). Bei einer Rachitis treten schwere Knochenverformungen und Wachstumsstörungen auf.

Der Körper bildet Vitamin D3 unter Einwirkung von Sonnenlicht selbst. Dafür genügt bereits eine relativ geringe Sonnenbestrahlung von etwa drei mal 15 Minuten pro Woche.

Vitamin D3 ist für die Aufnahme von Calcium aus dem Darm und für die Wiederaufnahme von Calcium in der Niere erforderlich. Dadurch erhöht Vitamin D3 die Calciumkonzentration im Blut, welches eine wesentliche Voraussetzung für den Knochenaufbau ist.

In den Industrienationen ist die Rachitis durch konsequente Vitamin-D3-Prophylaxe – insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern – sowie Gesundheits- beziehungsweise Ernährungsaufklärung inzwischen zu einer sehr seltenen Erkrankung geworden.